Zweite Studie zur Behandlung von Zerebraler Lähmung mit Nabelschnurblut gestartet
Die FDA, die Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten, hat kürzlich eine klinische Studie des Medical Colleges of Georgia in Augusta (USA) zugelassen, die die Sicherheit und Wirksamkeit der Transplantation körpereigener Nabelschnurblutstammzellen bei Patienten mit zerebraler Lähmung, einer Form der kindlichen Hirnschädigung, belegen soll. Es ist die zweite Studie auf diesem Gebiet, aber weltweit die erste, die kontrolliert durchgeführt wird.
Die doppelblind- und placebo-kontrollierte Studie ist ausgelegt für 40 Teilnehmer im Alter von zwei bis zwölf Jahren, deren Nabelschnurblut während der Geburt entnommen wurde und bei der amerikanischen Nabelschnurblutbank Cord Blood Registry (CBR) in Tucson/ Arizona eingelagert wurde. Zugelassen sind Patienten, die bis zu einem Alter von zwölf Monaten nicht sitzen und bis zum Alter von 18 Monaten nicht laufen konnten.
Das Studienprotokoll sieht vor, dass die Hälfte der Patienten nach neurologischen Voruntersuchungen sofort die eigenen Stammzellen aus der Nabelschnur erhält, die übrigen Patienten dienen als Vergleichsgruppe und erhalten zunächst keine Stammzelltherapie. Nach drei Monaten findet eine ärztliche Beurteilung statt. Im Anschluss bekommt auch die bisherige Vergleichsgruppe Nabelschnurblutstammzellen injiziert, nach weiteren drei sowie sechs Monaten wird eine erneute Bewertung des Zustandes aller Testpersonen durchgeführt, bei der vor allem die motorischen Fähigkeiten und die neurologische Entwicklung beurteilt werden. Die Studie soll voraussichtlich im Februar 2013 abgeschlossen sein.
Kinder mit Zerebraler Lähmung, einer Form der kindlichen Hirnschädigung, weisen Entwicklungshemmungen, Muskelschwäche, Probleme mit der Muskelkoordination, sowie Beeinträchtigungen in den Bewegungsabläufen auf. Die selbstständige Bewältigung des Alltags ist dadurch für sie erschwert. Bisher kann die Zerebrale Lähmung nicht ursächlich geheilt werden, die Ausprägung kann jedoch durch geeignete Therapiemaßnahmen, wie Phyiotherapie, abgeschwächt werden. Auslöser für diese Erkrankung können Hirnverletzungen durch Unfälle, Infektionen oder auch ein Sauerstoffmangel des Gehirns während der Schwangerschaft bzw. der Geburt oder während der ersten Lebensjahre sein. Etwa ein bis zwei von 1.000 Neugeborenen sind in Deutschland jedes Jahr von dieser Krankheit betroffen, wobei für Frühgeborene ein wesentlich höheres Risiko besteht.