Nabelschnurblut-Konservierung: Investition in die Gesundheitsvorsorge

hackler05Als Geschäftsführer des Bundesverbandes für Gesundheitsinformationen und Verbraucherschutz e.V. (BGV) weiß Erhard Hackler, wie wichtig Prävention ist. Auf Grund wissenschaftlicher Studien ist anzunehmen, dass die Therapiemöglichkeiten durch Stammzellen aus Nabelschnurblut noch weiter zunehmen werden. Jedoch müssen noch immer viele Eltern für das Potenzial, das im Nabelschnurblut steckt, sensibilisiert werden.

Ist die Einlagerung von Stammzellen aus Nabelschnurblut eine moderne Vorsorgemöglichkeit?
Auf der ganzen Welt untersuchen Wissenschaftler das Potenzial von Stammzellen. Schon heute werden Stammzellen zur Behandlung von über 80 Krankheiten eingesetzt. Durch die Fortschritte in der Medizin können immer mehr Menschen gerettet werden, die ohne Forschung und Wissenschaft keine lebensverlängernden Chancen hätten. Wer heute das Nabelschnurblut seines Kindes konservieren lässt, investiert in die medizinische Versorgung und potentielle Lebensverlängerung seines Kindes. Denn in 20, 40 oder 60 Jahren wird medizinisch mit Stammzellen sehr viel mehr machbar sein als heute.

Worauf stützen Sie Ihre Aussagen?
Wir stützen uns bei unserer Meinungsbildung ganz wesentlich auf die Urteile und Befunde der uns beratenden Experten, die wiederum auf der Grundlage wissenschaftlich anerkannter, teilweise auch konstruktiv-kritisch diskutierter Studienergebnisse beruhen. Hierbei ist der Austausch international gewonnener Forschungsergebnisse und Erfahrungen von hohem Stellenwert.

Heute wird bei 97% aller Geburten die Nabelschnur ungenutzt entsorgt. Was muss Ihrer Meinung nach passieren, damit Nabelschnurblut öfter als bisher aufbewahrt wird?
Eine nachhaltige, langjährige intensive Fortführung der Informationsvermittlung und Aufklärung sowohl der werdenden Eltern als auch aller in der Geburtsvorbereitung involvierten Fachkräfte ist dringend vonnöten. Dabei setzen wir auf die mediale Vermittlung von Forschungserfolgen und eine noch auszubauende Unterstützung durch Politik und Gesundheitskassen, wie ich unsere Krankenversicherungen lieber nenne.

Welche Rolle können Verbände wie der BGV bei der Aufklärung spielen?
Neben einer intensiven Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und der Information von betroffenen beziehungsweise interessierten Laien ist der BGV auch in der Lage, das entsprechende Fachpublikum mit wissenschaftlich fundierten Materialien umfassend zu informieren. Dabei suchen wir den Dialog, um auf diesem Weg Beiträge zur Versachlichung der Diskussion und zum besseren Verständnis der Thematik zu leisten. Damit will ich sagen: Wir sind offen für jegliche Erkenntnis, die dem medizinischen Fortschritt dient.

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