Weitere Möglichkeit zur Vermehrung von Nabelschnurblut-Stammzellen entdeckt

Mehrere Forschungsgruppen weltweit arbeiten an Verfahren zur Vermehrung von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut. Während einige Verfahren bereits in klinischen Studien überprüft werden, gehen Forscher der Duke University einen ganz neuen Weg, um Stammzellen aus dem Nabelschnurblut zu vermehren.

Bisher war der natürliche Wachstumsfaktor Pleitrophin nur für seinen stimulierenden Effekt auf Nervenzellen bekannt. Forscher der Duke University in Durham fanden nun jedoch heraus, dass dieser auch die Fähigkeit hat, die blutbildenden Stammzellen aus dem Nabelschnurblut zur Vermehrung anzuregen. Zudem bewirkte die Gabe von Pleitrophin nach einer Ganzkörperbestrahlung bei Mäusen eine zehnfach schnellere Regeneration des Knochenmarks.

Die Forscher müssen vor der Anwendung des Verfahrens beim Menschen jedoch noch nachweisen, dass Pleitrophin keine Krebszellen erzeugt. ”Leider stehen bis heute keine löslichen Wachstumsfaktoren zur Verfügung, die erwiesenermaßen menschliche Stammzellen für therapeutische Zwecke zur Vermehrung anregen können”, sagt John P. Chute vom Forschungsteam der Duke.

Hingegen hatte ein Team von Wissenschaftlern des Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle kürzlich veröffentlicht, dass sie Stammzellen aus Nabelschnurblut im Labor durch die Einschleusung eines Proteins, das den Notch-Signalweg anspricht, erfolgreich vermehren konnten. Die damit in den Zellen ausgelösten Reaktionen führten dazu, dass der Gehalt der Stammzellen sich um mehr als das 160-fache erhöhte. Die vermehrten Stammzellen wurden in einer Studie bei der Behandlung von zehn Leukämiepatienten eingesetzt. Sieben von ihnen waren ein Jahr nach der Therapie erkrankungsfrei. In folgenden Studienphasen muss nun die Sicherheit des Verfahrens nachgewiesen werden.

Bereits 2004 hatten israelischen Forschern das erste Verfahren zur Stammzellvermehrung namens StemEx vorgestellt. Dieses befindet sich mittlerweile in einer Phase III Studie mit 100 Patienten. Es wird im Jahr 2011 mit der Markteinführung des Produkts gerechnet.

Die Vermehrung von Nabelschnurblut- Stammzellen ist deshalb so bedeutend, weil Nabelschnurblut von Natur aus nur eine begrenzte Menge Stammzellen enthält – vor allem bei der Behandlung von erwachsenen Krebspatienten ein limitierender Faktor. Die Zulassung eines dieser Verfahren wäre daher ein bahnbrechender Fortschritt, um Stammzellen aus dem Nabelschnurblut für die medizinische Anwendung attraktiver zu machen.

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