Verfahren zur Vermehrung von Blutgefäßen entdeckt

Einem Forscherteam der Medizinischen Universität Graz ist es gelungen, eine Methode zu entwickeln, mit der Blutgefäßzellen im Labor in praktisch unbegrenzter Menge hergestellt werden können. Nicole A. Hofmann, Andreas Reinisch und Dirk Strunk haben ihre Erkenntnisse auf dem Gebiet der adulten Stammzellen nun in der neusten Ausgabe der Zeitschrift für Biomedizin, BLOOD, vorgestellt.

Nach den ersten Forschungserfolgen in den Anfängen der regenerativen Medizin vor ungefähr zehn Jahren, blieben lange Zeit weitere Fortschritte auf diesem Gebiet aus. Anders als bei der Erforschung der Potenziale von Nabelschnurblut, stagnierte dieser Bereich der regenerativen Medizin. Hauptsächlich begründet sich dies darin, dass es an adäquaten Technologien fehlte, die die Blutversorgung der Transplantate sicherstellen können. An genau diesem Punkt setzt nun das Grazer Forscherteam an. Sie haben ein Verfahren entwickelt, das ihnen ermöglicht aus lediglich fünf Millimeter Blut aus der Armvene eines Menschen, stammzellähnliche so genannte Endothel – Progenitorzellen (EP) hocheffizent zu vermehren. “Nicht nur die Effizienz der neuen Methode ist einzigartig, sondern weltweit erstmals ist es gelungen, Progenitorzellen ohne Verwendung von tierischen Serum-Hilfsstoffen in klinischer Menge von mehreren 100 Millionen Progenitoren mit vollständig erhaltener Funktionalität herzustellen”, beschreibt der Leiter des Forscherteams Dirk Strunk den Forschungserfolg.

Mit dieser Methode können nun Blutgefäßzellen vermehrt werden. Einsatzmöglichkeiten hierfür gibt es zahlreiche. Sowohl bei Erkrankungen mit Gefäßschäden, für die Zelltherapie als auch bei der Herstellung von künstlichem Gewebe – der Bedarf für die Rekonstruktion von neuen Blutgefäßen ist enorm. Durch dieses neu entwickelte Verfahren kann nun beispielsweise das Zellmaterial gezüchtet werden, das für die Regeneration ischämisch geschädigter Organe, also Organe, die nicht oder nur mangelhaft durchblutet sind, verwendet werden kann. Allerdings warnen die Forscher auch vor voreiliger Euphorie, denn schließlich müssen ncoh potenzielle Nebenwirkungen geprüft werden.

Für die regenerative Medizin sind diese neuen Erkenntnisse des Grazer Forschungsteam bezüglich der Vermehrung von Blutgefäßen ein weiterer Meilenstein.

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