Therapien mit autologem Nabelschnurblut nehmen 2009 weiter zu
Autologes Nabelschnurblut wird zunehmend für regenerative Therapien eingesetzt. Wie die privaten Nabelschnurblutbanken mitteilen, kam es 2009 vor allem bei Hirnschädigungen sowie Typ-1-Diabetes zum Einsatz. Im Vergleich zu 2008 stieg die Zahl der Anwendungen autologen Nabelschnurbluts so um 63% auf 94 Anwendungen. Grund für den deutlichen Anstieg ist vor allem die Entwicklung neuer Therapie für bislang unheilbare Krankheiten.
Insbesondere die Studien zu frühkindlichen Hirnschäden (Zerebralparese) an der Duke University in Durham, USA, sowie zu Typ-1-Diabetes an der TU München und der University of Florida tragen zu dem Anstieg bei. In beiden Fällen soll das Nabelschnurblut zu Regeneration geschädigter Zellen führen.
Die Ergebnisse der Studien liegen noch nicht vor. Dr. Joanne Kurtzberg, Leiterin des Pediatric Blood and Marrow Transplantation Program an der Duke University, ist jedoch optimistisch: ”Wir wissen aus unserer Arbeit mit Kindern, die genetische Erkrankungen des Gehirns haben, dass Zellen ins Hirn wandern, nachdem wir diese ins Blut infundiert haben, und dass sie die Reparatur von Hirnschäden unterstützen. Wir hoffen, dass das auch bei den Kindern mit Zerebralparese passiert.”
Auch Geschwister können von privat eingelagertem Nabelschnurblut profitieren. Die deutsche Nabelschnurblutbank Vita 34 meldete anlässlich des Weltkrebstags am 4.Februar, dass 2009 auf diese Weise zwei Kinder behandelt werden konnten: ein Junge mit Leukämie und ein Mädchen mit Beta-Thalassämie, einer Bluterkrankung, die häufig im Mittelmeerraum auftritt. Weltweit gingen die Anwendungen innerhalb der Familie im Gegensatz zu autologen Anwendungen zurück.
Die Patienten, die ihr eigenes Nabelschnurblut erhalten haben, waren 2009 im Durchschnitt vier Jahre alt. Bei einer Anwendung innerhalb der Familie lag der Altersdurchschnitt bei sechs Jahren.