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	<title>Nabelschnurblut: Experten im Gespräch &#187; München</title>
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		<title>Wir benötigen neue Behandlungsmethoden für Diabetes</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 08:23:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung mit Nabelschnurblut]]></category>
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		<category><![CDATA[Stammzellen]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Zahl der Menschen, die jedes Jahr neu an Diabetes erkranken, steigt kontinuierlich an, Experten sprechen gar von einer Epidemie. Da die Forschung noch nicht abschließend die Ursachen dieser Erkrankung bestimmen kann, spielt Prävention zum Schutz vor der Erkrankung eine entscheidende Rolle. Im dritten Teil unseres Interviews mit Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler spricht die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="margin: 0 10px 10px 0;" title="Frau Prof. Ziegler" src="http://www.nabelschnurblut-experten.de/wp-content/uploads/2009/12/Frau_Prof_Ziegler3-280.jpg" alt="Frau Prof. Ziegler" width="250" height="374" align="left" />Die Zahl der Menschen, die jedes Jahr neu an Diabetes erkranken, steigt kontinuierlich an, Experten sprechen gar von einer Epidemie. Da die Forschung noch nicht abschließend die Ursachen dieser Erkrankung bestimmen kann, spielt Prävention zum Schutz vor der Erkrankung eine entscheidende Rolle. Im dritten Teil unseres Interviews mit Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler spricht die Medizinerin, die seit über 25 Jahren in der Diabetesforschung tätig ist, über die Möglichkeiten der Diabetesprävention, über die Notwendigkeit, Behandlungsmethoden weiterzuentwickeln und über einen neuen Therapieansatz mit Stammzellen aus dem Nabelschnurblut</p>
<p><em>Kann man sich vor Diabetes schützen?</em></p>
<p>Ich würde sagen: nein. Nein insofern, als dass Diabetes zu einem großen Teil genetisch bedingt ist und wir einfach keinen hundertprozentigen Umweltfaktor als ursächlich nennen können. Allerdings liegt es nah, dass man sich, wenn man aus einer Diabetesrisikofamilie kommt, zumindest was die Ernährung und gewisse frühkindliche Faktoren betrifft, ”vorbildhaft” verhält &#8211; sprich: man tut das Beste. In unseren Augen ist es empfehlenswert, wenn man sich an die Vorgaben der Gesellschaft für Kinderernährung hält. Das mag banal klingen, aber es ist eine Tatsache, dass sich weniger als zehn Prozent der Bevölkerung nach diesen Richtlinien ernähren.</p>
<p><em>Studien belegen, dass die Zahl der an Diabetes erkrankten Menschen künftig deutlich steigen wird. Worin glauben Sie liegen die Ursachen für diese Tendenz?</em></p>
<p>Das wissen wir auch noch nicht. Man kann nur beobachten, dass so etwas auch mit Veränderungen in einer Gesellschaft einhergeht. Um ein Beispiel zu nennen: nach der Vereinigung von Deutschland sind die Zahlen der Diabeteskranken in den neuen Bundesländern deutlich angestiegen. Gewisse Umweltveränderungen führen zu solchen Anstiegen. Die vorhin bereits erwähnten Hygienefaktoren scheinen eine große Rolle zu spielen. Aber die wirkliche Ursache dieser Epidemie kennen wir bis heute leider nicht.</p>
<p><em>Können die heutigen Behandlungsmethoden da noch mithalten?</em></p>
<p>Die Betroffenen können heute durch eine extrem gute Insulintherapie eine lange Lebenserwartung haben und relativ gut zurecht kommen. Dennoch ist die Insulintherapie eine Hormonersatztherapie und bewirkt keine Heilung. Deswegen glaube ich, dass wir neue Behandlungsformen benötigen, durchaus auch in Kombination mit der Insulintherapie.</p>
<p><em>2007 berichteten amerikanische Forscher von ersten positiven Ergebnissen nach der Behandlung mit körpereigenem Nabelschnurblut. Wie beurteilen Sie diese Studie?</em></p>
<p>Unsere Studie ist Teil dieser amerikanischen Studie, das heißt, wir gehören zusammen, wir sind ein Satellitenzentrum hier in Deutschland, aber es ist ein gemeinsames Projekt. Die Amerikaner haben allerdings eine Vorauswertung von ersten Pilotergebnissen gemacht, die sehr positiv zu lesen waren. Das heißt, die Patienten, die mit ihrem eigenen Nabelschnurblut behandelt wurden, konnten wieder selbst mehr Insulin bilden, was darauf hindeutet, dass als Folge der Therapie durchaus Zellen neu gebildet wurden oder die Zellen weniger zerstört wurden. Allerdings denke ich, dass man eine Gesamtauswertung erst dann machen kann, wenn genügend Patienten in der Studie aufgenommen worden sind und diese lang genug nach den Transfusionen beobachtet wurden.</p>
<p><em>Bedeutet das, dass die Ergebnisse der Amerikaner verfrüht sind?</em></p>
<p>Nein, die sind nicht verfrüht. Für uns waren diese Erkenntnisse unheimlich wichtig. Sie sind ein erstes Signal, dass wir hier nicht umsonst arbeiten. Ich denke aber, man kann sie noch nicht als das abschließende Ergebnis werten, sondern diese Daten stellen sozusagen eine erste Tendenz, eine Vorauswertung dar.</p>
<p><em>Wie sieht Ihr Teil der Studie in puncto Dauer, Ziel und Ablauf aus?</em></p>
<p>Unser erklärtes Ziel ist, hier in Deutschland zehn Patienten zu behandeln. Die hier gewonnenen Daten werden dann zusammen mit denen der amerikanischen Patienten &#8211; ich glaube, das sind bisher insgesamt schon 30 &#8211; ausgewertet. Patienten können mindestens ein Jahr nach Diabetesausbruch in die Studie aufgenommen werden und werden dann zwei Jahre in der Studie nachuntersucht. Bei der Nachuntersuchung schauen wir unter anderem nach, ob die Stammzellen, die wir gegeben haben, im Blut weiter nachweisbar sind, ob das sozusagen lebende Zellen sind, die wir auch finden können. Uns interessiert auch, wie lange wir diese Zellen im Blut finden können, wie effektiv also eine Behandlung überhaupt ist. Daneben schauen wir nach gewissen Sicherheitsparametern, zum Beispiel, dass die Patienten keinerlei Nebenwirkungen haben. Darüber hinaus prüfen wir, wie der Patient in diesem Jahr auf das Diabetes einzustellen ist oder ob man sogar den ein oder anderen Patienten ganz von der Insulintherapie, die ja zusätzlich durchgeführt wird, befreien kann, da der Patient in diesem Fall wieder genug eigenes Insulin produziert.</p>
<p><em>Wie lang ist die Studie denn angelegt? Kann man jetzt schon sagen, wann mit ersten Ergebnissen zu rechnen ist?</em></p>
<p>Wir hoffen, dass wir innerhalb von zwei Jahren die zehn Patienten aufnehmen können. Drei stehen wie gesagt jetzt schon fest. Ich denke, dass man bis Ende 2011 eine gemeinsame Auswertung mit den amerikanischen Patienten bekommt. Bis dahin werden es insgesamt etwa 50 Patienten sein, die wir untersucht haben, und dann kann man schon sehr viel mehr Aussagen tätigen.</p>
<p><em>Glauben Sie, dass Typ-1-Diabetes auf diese Weise einmal vollständig geheilt werden kann?</em></p>
<p>Ich glaube daran, dass wir eine Heilung für den Diabetes finden werden. Welches Therapiekonzept sich am Ende durchsetzen wird, das wird sich zeigen.</p>
<p><em>Bei welchen Krankheitsbildern können Sie sich die Anwendung von Stammzellen aus Nabelschnurblut zudem noch vorstellen?</em></p>
<p>Da bin ich zu wenig Experte auf anderen Gebieten, aber ich weiß, dass Nabelschnurblut zum Beispiel heute schon bei Hirnschäden oder selbst bei einem Schlaganfall eingesetzt wird. Neben diesen Anwendungsbereichen, die ja primär ältere Menschen betreffen, kann Nabelschnurblut aber auch bei zerebralen Schäden, wie sie beispielsweise durch Sauerstoffmangel während der Geburt entstehen, eingesetzt werden. Die positiven Ergebnisse solcher Therapien haben gezeigt, dass praktisch überall, wo Zellen zerstört worden sind oder einen Defekt aufweisen, die aus Nabelschnurblut gewonnenen Zellen ein enormes Potenzial haben, diese defekten Zellen zu ersetzen. Das liegt vor allem daran, dass bei den Zellen des Nabelschnurblutes noch alle Zellmarker vorhanden sind und sich diese in alle Zelltypen differenzieren können. Dies ist die Basis dafür, dass man überhaupt erst an einen solchen Therapieansatz denken kann.</p>
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		<title>Die autologe Nabelschnurbluttransplantation ist ein ganz neues Therapiekonzept</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 08:24:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Insulin]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
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		<description><![CDATA[Im zweiten Teil unseres Interviews mit der Leiterin der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Suchtmedizin am Städtischen Klinikum München-Schwabing, Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler, spricht die Medizinerin darüber, wie sich die Behandlungsmethoden von Typ-1-Diabetes in den letzten Jahren verändert haben. Sie erläutert einen neuen Therapieansatz, bei dem Stammzellen zur Behandlung des Diabetes eingesetzt werden. Erfahren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="margin: 0 10px 10px 0;" title="Frau Prof. Ziegler" src="http://www.nabelschnurblut-experten.de/wp-content/uploads/2009/12/Frau_Prof_Ziegler-280.jpg" alt="Frau Prof. Ziegler" width="280" height="345" align="left" />Im zweiten Teil unseres Interviews mit der Leiterin der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Suchtmedizin am Städtischen Klinikum München-Schwabing, Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler, spricht die Medizinerin darüber, wie sich die Behandlungsmethoden von Typ-1-Diabetes in den letzten Jahren verändert haben. Sie erläutert einen neuen Therapieansatz, bei dem Stammzellen zur Behandlung des Diabetes eingesetzt werden. Erfahren Sie in diesem Teil, welche Potenziale die Wissenschaftlerin dabei dem Nabelschnurblut beimisst.</p>
<p><em>Wie haben sich die Behandlungsmethoden seit den Anfängen Ihrer Laufbahn verändert?</em></p>
<p>Wenn jemand Diabetes-Typ-1 hat, ist es so, dass er nicht mehr ausreichend körpereigenes Insulin produzieren kann, weil die Zellen durch einen Entzündungsimmunprozess kaputt gehen und das Hormon folglich nicht mehr ausreichend gebildet wird. Beim Typ-1-Diabetes müssen wir grundsätzlich eine Hormonersatztherapie durchführen. Da aber das Hormon Insulin im Magen-Darm-Trakt verdaut wird und deshalb also keine metabolische Wirkung hat, sprich: den Blutzucker nicht senken kann, wenn man es isst, muss Insulin gespritzt werden. Die Insulintherapie als Ersatztherapie ist sicherlich der Goldstandard des Typ-1-Diabetes und wird so natürlich in variabler Form seit der Entdeckung des Insulins durchgeführt. Es gibt mittlerweile viele Verfeinerungen undes gibt neue Insuline; wir verfügen erstmals nicht mehr nur über Schweineinsulin, sondern können Humaninsulin einsetzen. Die Insulintherapie wird mehr der Mahlzeit angepasst. Es gibt auch eine Pumpentherapie im Kindesalter, die ebenfalls sehr häufig genutzt wird und bei der kontinuierlich Insulin abgegeben wird. All diese Varianten haben dazu beigetragen, dass die Einstellung eines Diabetikers sehr viel besser geworden ist. Darüber hinaus gehen Spätkomplikationen des Diabetes durch die verbesserte Therapie weltweit zurück. Aber dennoch gibt es derzeit noch keine Heilung, so dass eine lebenslange Therapie noch immer notwendig ist. Ein neuer Behandlungsansatz ist die Immuntherapie. Zellen, die bei Diabetes kaputt gehen, sollen durch diese Zellersatztherapie wieder zur Verfügung gestellt werden. Diese Strategie ist jedoch nicht ganz unproblematisch. Man ist heute noch auf der Suche nach einer Methode, die transplantierten Zellen vor einer Immunattacke zu schützen. An dieser Stelle brauchen wir eine Weiterentwicklung.</p>
<p><em>Wie genau funktioniert so eine Immuntherapie?</em></p>
<p>Bei diesem Therapieansatz handelt es sich um ein ganz neues Konzept, bei dem einerseits Stammzellen, andererseits auch regulatorische T-Zellen in den erkrankten Patienten transplantiert werden. Damit werden gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Man gibt dem Patienten ein Potenzial voll Zellen, also beispielsweise Stammzellen, die im Nabelschnurblut vorhanden sind. Diese können in die Bauchspeicheldrüse wandern und sich regenerieren. Zudem gibt man die Stammzellen gemeinsam mit sehr vielen T-regulatorischen Zellen, die ebenfalls im Nabelschnurblut enthalten sind. Diese haben zwei Aufgaben: sie versuchen einerseits die falsch gelaufenen Immunantworten zu regulieren, und andererseits sollen sie verhindern, dass die neu gebildeten Zellen gleich wieder attackiert werden. Das ist ein ganz neuer Ansatz, den wir derzeit verfolgen, indem wir Patienten mit neu ausgebrochenem Diabetes ihr eigenes Nabelschnurblut transplantieren.Wir machen derzeit eine Pilotstudie zu dieser sogenannten autologen Nabelschnurbluttransfusion bei Kindern mit Typ 1 Diabetes. Das heißt, es werden Kinder behandelt, deren Nabelschnurblut bei der Geburt eingefroren wurde. Dies geschieht selbstverständich völlig schmerzfrei und ohne Nachteil für das Neugeborene. Da es sich um körpereigenen Zellen handelt sind keine Transplantatabstoßungen oder Nebenwirkungen durch Immunsuppressiva zu erwarten, wie wir es bei Transplantation von körperfremden Material erwarten müssen. Zudem wird darauf geachtet, dass jegliche Risiken durch eine solche Transfusion ausgeschlossen werden können. Das ist ein ganz neues Therapiekonzept. Wir haben gerade erst angefangen mit der Therapie. Bisher haben wir zwei Kinder auf diese Weise behandelt, in Kürze steht der Transplantationstermin für das dritte Kind bevor. Für Ergebnisse ist es zurzeit aber noch zu früh, da wir noch nicht wissen, wie erfolgreich wir mit diesem Ansatz sind und sein werden.</p>
<p><em>Sie sprachen von regulatorischen T-Zellen. Können Sie bitte diesen Zelltyp etwas näher beschreiben?</em></p>
<p>Unser Immunsystem besteht aus unterschiedlichen Zelltypen. Da gibt es sozusagen gute und böse Zellen. Die ”Bösen” sind die so genannten Killer-T-Zellen, die eigentlich wichtig sind bei jeder Infektion, bei jedem Fremdkeim, der in unseren Körper eindringt. Sie fungieren gewissermaßen als ”Polizei&#8221;, die aufpasst, dass dem Körper nichts passiert. Aber diese Zellen wirken dummerweise bei Autoimmunkrankheiten gegen die körpereigenen Strukturen. Es gibt aber noch die regulatorischen Zellen. Diese regulieren eine Immunantwort. Bei einer Grippe, beispielsweise, benötigt man ”die Polizei&#8221; ja auch nicht unentwegt. Diese regulatorischen Zellen scheinen bei Autoimmunkrankheiten zu fehlen oder nicht ausreichend vorhanden zu sein. Solche Zellen befinden sich zum Beispiel im Nabelschnurblut. Sie sind dort in großen Mengen vorhanden, und das ist für uns sehr wichtig bei einer solchen Transfusion. Wir unterstützen damit den regulatorischen Kontrollprozess oder setzen ihn sogar wieder vollständig in Gang.</p>
<p><em>Warum ist körpereigenes Nabelschnurblut für diese neue Form der Therapie geeigneter als Fremdes?</em></p>
<p>Da ist das Eigene insofern günstiger als das Fremdblut, weil Letzteres eine Fremdreaktion im Körper hervorruft. Wenn man körpereigenes Nabelschnurblut nutzen können, ist das sehr viel günstiger, weil die ganze Problematik der Abstoßung entfällt.</p>
<p><em>Sie sprachen davon, dass die Ursache für Diabetes auch genetisch bedingt sein könnte. Kann man denn bei der Transfusion des eigenen Nabelschnurblutes ausschließen, dass dieser genetische Defekt nicht bereits beinhaltet ist?</em></p>
<p>Nachdem, was wir heute wissen, handelt es sich nicht um einen Gendefekt, sondern um eine erhöhte Empfänglichkeit für Autoimmunität. Das bedeutet, dass viele verschiedene Gene dafür verantwortlich sind, ob sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet. Damit könnte die Veranlagung über das Nabelschnurblut weitergegeben werden. Allerdings enthält das Nabelschnurblut auch sehr viele regulatorische Zellen, von denen wir annehmen, dass diese die Kontrolle über eine fehlgeleitete Immunantwort übernehmen können. Körperfremdes Nabelschnurblut zu nutzen, ist jedoch im Moment keine Alternative, da wir dann Immunsuppressiva dazu geben müssen, um die Abstoßung zu verhindern. Dies könnte im Ergebnis das Krankheitsbild sogar verschlimmern.</p>
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		<title>Neue Strategien entwickeln, um Typ-1-Diabetes endgültig zu heilen</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Dec 2009 15:22:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler ist seit 25 Jahren in der Diabetesforschung tätig. Sie beschäftigt sich einerseits mit der Entstehung, andererseits aber auch mit Prävention und Therapie des Typ-1-Diabetes. Die Medizinerin ist Oberärztin an der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Suchtmedizin am Städtischen Klinikum München-Schwabing. Zudem ist sie Leiterin der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt;" title="Arbeitet mit Nabelschnurblut: Frau Prof. Ziegler" src="http://www.nabelschnurblut-experten.de/wp-content/uploads/2009/12/Frau_Prof_Ziegler.2-250.jpg" alt="Frau Prof. Ziegler" width="250" height="376" align="left" />Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler ist seit 25 Jahren in der Diabetesforschung tätig. Sie beschäftigt sich einerseits mit der Entstehung, andererseits aber auch mit  Prävention und Therapie des Typ-1-Diabetes. Die Medizinerin ist Oberärztin an der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Suchtmedizin am Städtischen Klinikum München-Schwabing. Zudem ist sie Leiterin der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München. Im Interview spricht Professorin Ziegler über den aktuellen Stand in der Diabetesforschung und über die Chancen des Einsatzes von <strong>Nabelschnurblut für Diabetespatienten</strong>. Erfahren Sie im ersten Teil mehr über die Motivation der Wissenschaftlerin, auf dem Gebiet der Diabetesforschung zu arbeiten und wo sie die Ursachen der Erkrankung sieht.</p>
<p><em>Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit dem Thema <a title="Nabelschnurblut kann für die Behandlung von Diabetes in Frage kommen" href="http://www.diabetesde.org/index.php?id=6417&amp;tx_ttnews[tt_news]=8929&amp;tx_ttnews[backPid]=6391" target="_blank">Diabetes</a> und leiten seit 1996 das Institut für Diabetesforschung  in München. Was ist für Sie auf diesem Gebiet so spannend?</em></p>
<p>Spannend kann man dazu nicht wirklich sagen, eher bedrohlich. Die Zahl der Diabetiker nimmt so dramatisch zu, dass wir heute von einer Diabetesepidemie sprechen können. Es wird heute recht viel von Typ-2-Diabetes, dem Altersdiabetes berichtet, aber die Epidemie des Typ-1-Diabetes betrifft immer mehr Kinder und Jugendliche. Das Erkrankungsalter beziehungsweise die Manifestation von Typ-1-Diabetes verlegt sich immer häufiger in die frühen Lebensjahre. Dieser bedrohliche Umstand fordert, dass diese Krankheit wirklich aufgeklärt wird und endlich geheilt werden kann. Unser Ziel ist daher unter anderem, gute Präventionsstrategien zu entwickeln, also die Krankheit zu verhindern, oder wenn sie nun einmal ausgebrochen ist, sie endgültig zu heilen. Und das ist der Grund, warum ich mich so intensiv mit dem Thema beschäftige. Ich möchte diesen Kindern helfen, die an dieser chronischen Krankheit leiden.  Diabetes-Typ-1 ist schon jetzt die häufigste chronische Krankheit im Kindesalter. Wir alle wissen, dass nach Ausbruch der Krankheit das ganze Leben der Kinder durch diese bestimmt ist und deswegen habe ich mich diesem Forschungsgebiet verschrieben.</p>
<p><em>Bis heute kann die Wissenschaft trotz aller Forschung aber noch nicht exakt die Gründe nennen, die zu Diabetes führen. Können Sie uns sagen, wo nach heutigem Stand der Forschung die Ursachen dieser Krankheit liegen?</em></p>
<p>Das ist sehr schwierig. Ich möchte dazu vorab anmerken, dass erst vor etwa 30 Jahren entdeckt wurde, dass es sich beim Typ-1-Diabetes um eine Autoimmunerkrankung handelt. Das heißt, dass die Antikörper, die bei dieser Erkrankung auftreten und sich gegen die insulinproduzierenden Zellen des Körpers wenden, erstmals zu diesem Zeitpunkt beschrieben wurden. Heute wissen wir, dass es von diesen Antikörpern vier verschiedene Typen gibt, während damals lediglich ein Typ bekannt war. Unsere eigene Forschergruppe gewann die Erkenntnis, dass diese Antikörper sehr viele Jahre vor dem klinischen Ausbruch der Erkrankung auftreten und zwar sehr häufig bereits in den ersten beiden Lebensjahren. Das heißt also, dass diese Immunerkrankung eigentlich schon sehr früh beginnt und bereits viele Jahre im Körper der Patienten vorhanden ist, ohne dass diese die Erkrankung bemerken. Wenn also ein Kind mit einem neu entwickelten Diabetes in die Klinik kommt, ist das nicht der Beginn der Erkrankung, denn eben dieser liegt sehr lange zurück. Unser Ziel muss es demnach sein, die Ursachen von Diabetes früher erkennen zu können, damit wir den eigentlichen Ausbruch der Krankheit verhindern können.</p>
<p><em>Inwieweit spielen Umweltfaktoren eine Rolle für die Entstehung von Diabetes?</em></p>
<p>Ein Umweltfaktor, den man in diesem Zusammenhang nennen muss, ist die Ernährung. So geben verschiedene Studien Hinweise darauf, dass die Entstehung von Diabetes im Zusammenhang mit der frühkindlichen Ernährung steht. Natürlich gibt es auch noch andere Faktoren. Zum Beispiel gibt es die Beobachtung, dass die immer stärker werdende Hygiene ungünstig für die Entwicklung des Immunsystems ist. Dass das Immunsystem eines Kindes durchaus viele Infektionen durchmachen muss, um natürlich zu reifen, ist bekannt. Die Wegnahme von natürlichem Schmutz und natürlichen Infektionen können also durchaus verhindern, dass sich ein gesundes Immunsystem entwickelt. Das bedeutet, dass man sich auch mit diesen Faktoren befassen muss. Eine endgültige Gewissheit haben wir derzeit darüber aber einfach noch nicht. Es sind jedoch nicht allein äußere Faktoren, die man für die Entstehung von Diabetes verantwortlichen machen muss. Diabetes hat auch eine starke genetische Komponente.</p>
<p>Foto: Jan Roeder / Helmholtz Zentrum München</p>
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