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	<title>Nabelschnurblut: Experten im Gespräch &#187; Holzgreve</title>
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		<title>Der Bedarf an Stammzellen für Forschung und Therapie ist riesig</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 08:59:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Nabelschnurblut in der Anwendung]]></category>
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		<description><![CDATA[Im letzten Teil unseres Gespräches mit Prof. Dr. Wolfgang Holzgreve spricht der Gynäkologe unter anderem über die Einsatzgebiete der aus dem Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen. Darüber hinaus erklärt der leitende Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende der Freiburger Universitätsklinik die Potenziale der Stammzelltherapie und verdeutlicht, dass die Stammzellen des Nabelschnurblutes als Alternative zu den Knochenmarkstammzellen einen Riesenfortschritt darstellen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><img style="margin: 0 10px 10px 0;" title="Prof. Dr. Wolfgang Holzgreve" src="http://www.nabelschnurblut-experten.de/wp-content/uploads/2009/09/Holzgreve_790-200.jpg" alt="Prof. Dr. Wolfgang Holzgreve" width="200" height="300" align="left" /></em>Im letzten Teil unseres Gespräches mit Prof. Dr. Wolfgang Holzgreve spricht der Gynäkologe unter anderem über die Einsatzgebiete der aus dem Nabelschnurblut gewonnenen <a href="http://www.nabelschnurblut.org/allgemein/die-entwicklung-von-blutstammzellen-aus-dem-nabelschnurblut-teil-1-uber-stammzellen/363" target="_blank">Stammzellen</a>. Darüber hinaus erklärt der leitende Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende der Freiburger Universitätsklinik die Potenziale der Stammzelltherapie und verdeutlicht, dass die Stammzellen des Nabelschnurblutes als Alternative zu den Knochenmarkstammzellen einen Riesenfortschritt darstellen.</p>
<p><em>Welche Krankheiten könnte man in Zukunft noch mit Stammzell-Transplantationen schon vor der Geburt therapieren?</em></p>
<p>Wir haben die Hoffnung, Erbkrankheiten behandeln zu können, bei denen zum Beispiel ein Enzym fehlt, das die zugeführten Zellen dann produzieren können. Dabei denke ich an Speicherkrankheiten (Stoffwechselstörungen, bei denen es zu Ablagerungen im Körper kommt, Anm. d. Red.). Bei diesen beträgt das Rückfallrisiko eines betroffenen Kindes in der Regel 25 Prozent. In den Familien tragen beide Eltern die Anlage für die Krankheit in sich, deshalb ist bei jeder Schwangerschaft die Sorge groß, dass das Kind ebenfalls erkrankt. Speicherkrankheiten führen häufig zum Tode. Deshalb wäre es ein sehr großer Fortschritt, wenn die sonst fehlenden Enzyme stabil durch Stammzellen produziert werden könnten.</p>
<p><em>Werden Kinder mit Hilfe des Nabelschnurblutes auf derartige Krankheiten untersucht oder wird dazu das Fruchtwasser verwendet?</em></p>
<p>Nein, die Diagnose, ob das Kind betroffen ist, erfolgt mittels Gewebeentnahmen in der zehnten Schwangerschaftswoche mit einer sogenannten Choriobiopsie. Dabei werden Teile vom Rand der Plazenta entnommen. Das geschieht entweder mittels Nadeln oder durch einen Katheter und kann sehr viel früher stattfinden als eine Fruchtwasseruntersuchung.</p>
<p><em>Wo sehen Sie die Möglichkeiten und Grenzen der Stammzelltherapie?</em></p>
<p>Im Bereich der blutbildenden Stammzellen sind nach der Geburt die Therapien sehr gut etabliert. Zehntausende von Transplantationen sind bereits erfolgreich durchgeführt worden, da der Bedarf groß ist. Dass es die Zellen aus dem Nabelschnurblut als Alternative zu Knochenmarkstammzellen gibt, ist ein Riesenfortschritt. Weiterhin hoffen wir, dass wir mit pluripotenten Stammzellen, die sich in verschiedenste Gewebearten differenzieren, auch hoffentlich irgendwann solche Erkrankungen behandeln können, bei denen Gewebe ausgefallen ist. Dabei kann es sich zum Beispiel um zerstörtes Muskelgewebe nach einem Herzinfarkt handeln oder auch um abgebautes Nervengewebe bei bestimmten neurodegenerativen Erkrankungen.</p>
<p><em>Könnte sich <a href="http://www.nabelschnurblut.org" target="_blank">Nabelschnurblut</a> zur Herstellung induzierter pluripotenter, also rückprogrammierter StammzellenÂ  eignen?</em></p>
<p>Das ist denkbar. Denn wenn es gelungen ist, bei bestimmten adulten Stammzellen eine Rückdifferenzierung zu pluripotenten Zellen zu erreichen, dann geht das auch mit anderen Zelltypen. So sind auch blutbildende Stammzellen (die beispielsweise im Nabelschnurblut vorkommen, Anm. d. Red.) eine interessante Quelle, da sie noch unreifer, sozusagen jünger sind als die Stammzellen, die wir alle im Körper tragen.</p>
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		<title>Zum Thema Nabelschnurblut sind noch viele Detailfragen zu klären</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Aug 2009 13:01:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nabelschnurblut in der Anwendung]]></category>
		<category><![CDATA[Stammzellen: Über den Tellerrand]]></category>
		<category><![CDATA[anwenden]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit Ende letzten Jahres ist Prof. Dr. Wolfgang Holzgreve leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Freiburger Universitäts-Klinik. Der Gynäkologe, der zuvor bereits 14 Jahre die BaslerÂ  Universitäts-Frauenklinik geleitet hat, setzt sich im Rahmen seiner täglichen Arbeit mit dem Thema Nabelschnurblut auseinander. Im dritten Teil unseres Interviews spricht er unter anderem über die Rolle des Staates [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt;" title="Prof. Dr. Wolfgang Holzgreve kennt sich mit Nabelschnurblut aus" src="http://www.nabelschnurblut-experten.de/wp-content/uploads/2009/08/wolfgang-holzgreve_aktuell_2007-128.jpg" alt="Prof. Dr. Wolfgang Holzgreve" width="128" height="194" align="left" />Seit Ende letzten Jahres ist Prof. Dr. Wolfgang Holzgreve leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Freiburger Universitäts-Klinik. Der Gynäkologe, der zuvor bereits 14 Jahre die BaslerÂ  Universitäts-Frauenklinik geleitet hat, setzt sich im Rahmen seiner täglichen Arbeit mit dem Thema Nabelschnurblut auseinander. Im dritten Teil unseres Interviews spricht er unter anderem über die Rolle des Staates und die Notwendigkeit, auf dem Gebiet der regenerativen Medizin immer weiter zu forschen und neue Erkenntnisse, zum Beispiel über den Zeitpunkt und die Art der Dosierung von Stammzellen, zu gewinnen.</p>
<p><em>Sehen Sie auch den Staat in der Pflicht, sich dafür zu engagieren?</em></p>
<p>Üblicherweise werden <a href="http://www.nabelschnurblut-wiki.de/index.php?title=Richtlinien_und_Patientenhandbuch_zur_Stammzellforschung_in_deutscher_Sprache_online" target="_blank">Richtlinien</a> wie diese von Experten gemacht und das sind auf diesem Gebiet die Mediziner &#8211; weniger der Staat. Aber er könnte sich auf andere Weise in Sachen Nabelschnurblut engagieren: So gibt es in mehreren Ländern Gelder für öffentliche Nabelschnurblutbanken (die sich in Deutschland über Spenden finanzieren, Anm. d. Red.). Außerdem ist der Gesetzgeber in der Pflicht, wenn es darum geht, Regeln festzulegen, die die Herstellung von Nabelschnurblut-Präparaten betreffen. Diese werden in der Bundesrepublik als Arzneimittel angesehen, so dass es bei ihrer Produktion strenge staatliche Auflagen einzuhalten gilt.</p>
<p><em>Es gibt inzwischen Stammzelltherapien, die in utero, also noch vor der Geburt im Mutterleib, durchgeführt werden. Welche Krankheiten können auf diese Weise behandelt werden, und wie sehen die Therapien konkret aus?</em></p>
<p>Die bisherigen Forschungen fanden größtenteils im Tiermodell statt. Es gibt noch wenige Anwendungen beim Menschen, allerdings sind einige davon bereits erfolgreich. Bei ungeborenen Kindern mit Immundefizienz konnte durch Stammzell-Transplantationen im Mutterleib eine Heilung erreicht werden. Leider hat das bei anderen Erbkrankheiten noch nicht funktioniert. Wir sind dabei, die Mechanismen zu erforschen, die dazu geführt haben, dass weitere Erfolge bisher ausgeblieben sind. Um künftig bessere Resultate zu erzielen, muss man herausfinden, zu welchem Zeitpunkt diese Transplantationen am besten durchgeführt werden sollten, welche Arten von Zellen verwendet werden müssen und in welcher Dosierung. Es sind also sehr viele Detailfragen zu klären. Ausgangspunkt ist dabei, dass das Knochenmark beim Kind erst in der frühen Schwangerschaftsphase besiedelt wird. Zu diesem Zeitpunkt sollten die Stammzellen eingebracht werden, damit sie im Idealfall als eigene Zellen akzeptiert werden.</p>
<p><em>Wie kommt es zu diesen Störungen des Immunsystems?</em></p>
<p>Bestimmte Formen von ihnen treten auf, weil, vereinfacht gesprochen, das Knochenmark länger als normal ”leer” ist, also weil die Stammzellen anfangs fehlen.</p>
<p><em>Und wie bekommen Sie sie ins Knochenmark hinein?</em></p>
<p>Dafür machen wir uns die großen Fortschritte zunutze, die es bei der Ultraschall-Technologie gegeben hat, und die Methoden, mit deren Hilfe man mit sehr dünnen Nadeln und optischen Instrumenten in die Gebärmutter hineinkommt, ohne dort Verletzungen zu verursachen. Die Zellen werden entweder in den Bauchraum gebracht, von wo aus sie von selbst ins Knochenmark wandern. Oder aber sie werden direkt &#8211; in die <a href="http://www.dein-baby.net/219_*nabelschnurblut*-kann-leben-retten/" target="_blank">Nabelschnur</a> hinein gegeben und dann vom Kind aufgenommen. Auf dieselbe Weise werden übrigens auch ungeborene Kinder behandelt, die bei einer Blutgruppenunverträglichkeit wegen ihrer Blutarmut dringend rote Blutzellen brauchen. Diese werden in das Kind hineingebracht, um so die Zeit bis zur Geburt zu überbrücken.</p>
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