Neue Chancen zur Erforschung von Stammzellen aus Nabelschnurblut
Einen neuen Ansatz, um Blutstammzellen, die unter anderem im Nabelschnurblut vorhanden sind, zu erforschen, haben jetzt Immunologen an der Universität Ulm entwickelt. Ihnen gelang es bei Mäusen, die Stammzellen in einen Organismus zu transplantieren, ohne diesen vorher zu bestrahlen. Dies ist normalerweise notwendig, um das Immunsystem der Nager zu schwächen und so eine Abstoßungsreaktion zu vermeiden. Eine weitere Funktion der Strahlenbehandlung liegt darin, in den sogenannten Stammzellnischen der Tiere genügend Platz für die neuen Zellen zu schaffen. Mit dem nun entdeckten Verfahren kann die für den Körper sehr belastende Bestrahlung vermieden werden. Dadurch bleiben die Organe der Mäuse unbeschädigt, was es den Wissenschaftlern erleichtert, die nach der Zelltransplantation einsetzenden Prozesse zu erforschen. Zu diesen gehört beispielsweise das ”Homing”, womit die Wanderung der übertragenen Zellen aus dem Blut ins Knochenmark gemeint ist. Bei der Transplantation ohne die Strahlenbehandlung auszukommen, schafften die Forscher dadurch, dass sie drei genetische Mutationen in einem einzigen Tierorganismus kombinierten. Die erste davon sorgte für die notwendige Schwächung des Immunsystems der Mäuse, damit es die transplantierten Zellen nicht abstieß. Die beiden anderen Veränderungen hingegen schafften den in den Stammzellnischen nötigen Platz. Der nächste Schritt der Ulmer Forscher wird darin bestehen, zu klären, ob es auch möglich ist, den Tieren die Blutstammzellen von Menschen auf dem beschriebenen Wege zu transplantieren. Wenn das gelingt, könnte die Erforschung von Infektionskrankheiten oder Krebs erleichtert werden. Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier.