Nabelschnurblutspende als rettende Therapie für Leukämiepatienten

Vor kurzem wurde ein weiterer Fall bekannt, in dem einem an Leukämie erkrankten Patienten mit Stammzellen aus einer Nabelschnurblutspende geholfen werden konnte. In ihrer Ausgabe vom 5. März 2010 berichtete die Münsterland Zeitung, dass die Nabelschnurblutspende eines Babys, das im Krankenhaus “St. Marien” im nordrhein-westfälischen Ahaus zur Welt kam, zur Behandlung eines Leukämiekranken eingesetzt wurde. Genaue Angaben zum Spender wurden in dem Artikel nicht gemacht.

Seit dem Jahr 2008 ermöglicht es die Klink “St. Marien” in Ahaus werdenden Eltern, während der Geburt ihres Nachwuchses eine möglicherweise lebensrettende Nabelschnurblutspende durchzuführen. Die Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe pflegt dabei eine enge Zusammenarbeit mit der Nabelschnurblutbank der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und der José Carreras Leukämie-Stiftung, die ihren Sitz in München hat.

Angesichts der Tatsache, dass Erkrankungen des blutbildenden Systems in Deutschland etwa aller 45 Minuten neu diagnostiziert werden, ist es unverständlich, dass lediglich fünf Prozent des verwendbaren Nabelschnurblutes für eine Einlagerung oder Spende bei der Geburt aufbewahrt werden. Dabei würde für einen Großteil der an Leukämie leidenden Patienten eine Stammzellenspende die rettende Therapie darstellen. Neben der Knochenmarkspende als vorrangige Therapiemöglichkeit bei Blutkrebs weisen jedoch die aus Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen zahlreiche Vorteile auf. Einerseits ist das Risiko einer Abstoßungsreaktion beim Einsatz von Stammzellen aus Nabelschnurblut wesentlich geringer als bei der Anwendung von Zellen, die aus Knochenmark stammen. Andererseits ist das Risiko, bei einer Entnahme von Nabelschnurblut Folgeschäden, Schmerzen oder Nebenwirkungen davon zu tragen, praktisch nicht existent. Nicht zuletzt sollten werdende Eltern auch bedenken, dass für sie keine Kosten für die Einlagerung in einer Nabelschnurblutbank entstehen, wenn sie sich dafür entscheiden, das Nabelschnurblut ihres Kindes zu spenden. Letztlich kann diese Spende einem Schwerkranken das Leben retten.

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4 comments
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  1. Sehr geehrte Damen und Herren ! Ich möchte bitte gerne weitere Auskünfte von Ihnen erhalten. Bei mir handelt es sich um eine Chronische Lymphatische Leukämie. Könnte mir mit einer Nabelschnurblutspende geholfen werden? Ich bin achtzig Jahre alt , und bisher konnte keine passende Therapie für mich gefunden werden. Sehr wichtig wäre für mich eine Spezialklinik, ein Spezialist ect. In der Hoffnung auf baldige Antwort verbleibe ich mit freundlichen Grüßen K.-Bernhard Bleck DANKESCHÖN !

  2. Hallo Herr Beck,

    danke für Ihre Anfrage. Eine Nabelschnurblutspende kann als Alternative zu einer Knochenmarkspende bei Leukämien zum Einsatz kommen, allerdings ist dies für die meisten deutschen Hämatologen noch Neuland. Zudem ist bei einem Patientenalter ab 70 Jahren eine Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation wegen der Nebenwirkungen nicht mehr angeraten. Am besten wenden Sie sich an eine Uniklinik in Ihrer Nähe, z.B. die Charité in Berlin http://haema-cbf.charite.de/ , wo in der Regel sehr erfahrene Hämatologen arbeiten und neue Behandlungsmethoden im Rahmen von Studien erprobt werden.

    Ihr Redaktionsteam

  3. Hallo und Guten Abend, unser Sohn 23 Jahre leidet seit Juni 2008 an einer Chronisch myeloischen Leukämie (CML) könnte hier mit dem Nabelschnurblut geholfen werden ?

  4. Hallo Herr Hartmann,

    gespendetes Nabelschnurblut wird mittlerweile bei Leukämien durchaus als Alternative zu Stammzellen aus dem Knochenmark oder dem peripheren Blut angewendet. Der Vorteil von Nabelschnurblut besteht darin, dass die HLA Merkmale des Empfängers und des Spenders nicht 100% identisch müssen, weil die jungen Nabelschnurblut Stammzellen besser verträglich sind, als die Stammzellen eines erwachsenen Spenders, so dass 1-2 sog. Mismatches besser toleriert werden. Jedoch sind die Transplanteure in Deutschland noch etwas zurückhaltend mit der Verwendung von Nabelschnurblut. Sie könnten mit dem behandelnden Arzt besprechen, ob die Suche im Stammzellspenderregister auch auf Nabelschnurblut ausgedehnt werden kann. Möglicherweise müssen dann zwei Transplantate verwendet werden, abhängig von der verfügbaren Zellzahl und dem Gewicht des Patienten. Erfahrungen mit der Transplantation von Nabelschnurblut hat u.a. die MHH Hannover.

    Ihr Redaktionsteam

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