Nabelschnurblut-Transplantationen in China
Schon häufig wurde an dieser Stelle über erfolgreiche Nabelschnurblut-Transplantationen bei Kindern mit zerebraler Lähmung berichtet. Führend auf diesem Gebiet sind die Ärzte der Duke University in Durham, North Carolina (USA). Dort wurden bislang mehrere hundert Kinder mit Nabelschnurblut behandelt. Kritiker dieser Anwendungen war der deutsche Gynäkologe Prof. Dr. Arne Jensen: ”Das sind Behandlungsversuche, die keine wissenschaftliche Grundlage haben. Hier wurde Nabelschnurblut transplantiert – ohne dass kontrollierte Studien vorliegen. Vor einem solchen Vorgehen kann ich nur warnen. Denn bevor eine Therapie am Menschen eingesetzt werden kann, muss eine klinische Untersuchung stattfinden”, äußerte sich der Mediziner noch vor einem halben Jahr hier auf dem Portal.
Inzwischen sind die Daten vorhanden und auch in Bochum wurde nun das erste Kind erfolgreich mit seinem eigenen Nabelschnurblut behandelt. Doch was ist, wenn dem Patienten kein eigenes Nabelschnurblut zur Verfügung steht? Abhilfe kann eine Reise nach China schaffen. Eine junge Familie aus Australien nutzte diese Gelegenheit und fuhr mit ihrem dreijährigen Sohn in das Land der aufgehenden Sonne. Dieser litt seit seiner Geburt an zerebraler Lähmung, die sich durch die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit seiner linken Körperhälfte äußerte. Der Junge konnte sich nicht wie eine normales Kleinkind fortbewegen und war unfähig, mit der linken Hand Gegenstände zu ergreifen. Deshalb lag er in seiner gesamten Entwicklung weit hinter seinen gleichaltrigen Freunden zurück. Nach der Transplantation von sechs Nabelschnurblut-Präparaten in einem chinesischen Krankenhaus ist er nun auf einem guten Weg und macht erstaunliche Fortschritte. Inzwischen kann er sogar selbständig aus einem Becher trinken. Für die Eltern ist der Erfolg eindeutig auf die Nabelschnublut-Stammzellen zurückzuführen. Deshalb haben sie bei ihrer jüngsten Tochter vorgesorgt und das Blut aus der Nabelschnurblut bei einer privaten Institution einlagern lassen.