Stammzellen aus Nabelschnurblut für ”körpereigene” Spenderorgane?
Patienten, die ein Spenderorgan bekommen, sind immer der Gefahr der Abstoßung durch den eigenen Körper ausgesetzt. Das Phänomen der Graft-versus-Host Reaktion (GvHR) führt zu jahrelanger Einnahme von Immunsuppressiva und im schlimmsten Fall zu schweren Komplikationen mit dem neuen Organ. Körpereigene Stammzellen aus Nabelschnurblut, Knochenmark oder anderen Quellen können hier Abhilfe schaffen. Beispielsweise gibt es im Nabelschnurblut mesenchymale Stammzellen, die sich in Bindegewebe, Knochen- oder Knorpelzellen entwickeln können. Deshalb werden Stammzellen genutzt, um aus Spenderorganen ”körpereigene” zu machen. Ein solche ”körpereigene” Luftröhre wurde jüngst einer Frau in Spanien transplantiert. Ihre Bronchien waren nach einer Tuberkulose-Infektion stark geschädigt, so dass eine neue Luftröhre nötig wurde. Die Wissenschaftler nutzten ein Spenderorgan, das sie von allen Zellen befreiten, bis nur noch die Matrix übrig war. Dann siedelten sie Knochenmarkstammzellen darauf an. Nachdem sich genug Knorpel- und Gewebezellen gebildet hatten, transplantierten sie erfolgreich das Organ. Nach nur zehn Tagen konnte die junge Mutter das Krankenhaus verlassen und weitere vier Monate später waren ”neue” und ”alte” Luftröhre kaum noch voneinander zu unterscheiden. Das Beispiel zeigt, welches Potenzial in Stammzellen, auch in denen aus Nabelschnurblut, schlummert.