Nabelschnurblut: Rund um die Uhr im Einsatz für das kostbare Gut

Nabelschnurblut - Dietmar LeubeDie Kurierfahrer von Dietmar Leube, Geschäftsführer von ”Dietmar Leube KURIER SERVICE”, und seine Partnerunternehmen sind 24 Stunden am Tag unterwegs, um Nabelschnurblute aus dem In- und Ausland schnell und sicher ins Labor von VITA 34 nach Leipzig zu befördern. Der Transportdiensleister erzählt im Interview, welche Herausforderungen die Beförderung des Nabelschnurblutes jeden Tag aufs Neue an ihn und sein Team stellen.

Seit wann gibt es das Unternehmen ”DER KURIER” in Leipzig und wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie?
Seit 1994 bin ich als Geschäftsführer bei ”Dietmar Leube KURIER SERVICE” tätig und beschäftige drei Angestellte im Büro und zwischen sechs und zehn selbständige Kuriere im Außendienst. Wir arbeiten unter dem Markennamen ”DER KURIER”, dessen Inhaber ”DER KURIER” GmbH und Co. KG mit Sitz in Neuenstein ist. Dieses Unternehmen ist eine Tochter der GLS Germany GmbH und Co OHG. Unterstützt werden wir vom Netzwerk von ”DER KURIER” mit insgesamt 200 Partnerunternehmen deutschland- und europaweit.

Nabelschnurblut ist eine ganz besondere Fracht. Wie genau läuft der Transport ab?
Unser Unternehmen ist rund um die Uhr 365 Tage im Jahr besetzt – alle Anrufe von Krankenhäusern und Geburtshäusern werden von VITA 34 an uns weitergeleitet. Wir sind rund um die Uhr für die VITA 34 Kunden erreichbar. Unter der Servicenummer erreicht man einen Mitarbeiter, der auf den Transport von Nabelschnurblut geschult ist. Dieser kann auch umfassend darüber beraten, was bei einer Sendung aus dem Ausland zu beachten ist, um es sicher nach Deutschland zu bringen.

Sind spezielle Fahrzeuge für den Transport von Nabelschnurblut notwendig?
Alle unsere Wagen sind mit einer Klimaanlage ausgerüstet und es wird ein spezieller Platz für die vorübergehende Lagerung des Nabelschnurblutes vorbehalten. Damit können wir gewährleisten, dass das Nabelschnurblut nicht zu sehr auskühlt oder erhitzt wird. Für Extremfälle – wie zum Beispiel hohe Temperaturschwankungen – existieren Transportkisten, die mit einem speziellen Material ausgeschäumt sind. Diese stellen zusätzlich sicher, dass die bereits isolierten Pakete vollständig von Umwelteinflüssen geschützt werden. Im Umschlaglager in Neuenstein existiert sogar ein extra Raum, in dem die Pakete noch einmal gesondert gelagert und kontrolliert werden. Allerdings transportieren wir nur etwa 60 Prozent aller Pakete über die Straße nach Leipzig. Der Rest wird per ICE oder Flugzeug nach Leipzig gebracht. Auch hier gibt es spezielle Räumlichkeiten und Plätze, in denen das Nabelschnurblut gelagert wird und abgesondert von anderem Transportgut befördert werden kann.

Wie sichern Sie den reibungslosen Transport bei Staus oder anderen Verzögerungen ab?
Staus können wir natürlich nicht beeinflussen, denn Verkehrsbehinderungen treten in der Regel plötzlich auf. Wir hören Verkehrsnachrichten, um so auf Zwischenfälle vorbereitet zu sein. Jedes Fahrzeug ist außerdem mit einem Navigationssystem und einem Vorwarnsystem durch RDS im Radio ausgerüstet. Zusätzlich erhalten die Fahrer Informationen von anderen Kurieren, die auf der gleichen Strecke unterwegs sind. Im Falle einer Verkehrsbehinderung wird die übliche Fahrstrecke, soweit es möglich ist, umfahren. Das Gleiche gilt für den Transport mit ICE oder Flugzeug. Dort werden wir informiert, wenn eine Unregelmäßigkeit auftritt und ändern dann kurzfristig die Planung. So kann gewährleistet werden, dass das Paket rechtzeitig ankommt. Für alle möglichen Situationen existieren übrigens Notfallpläne, die einen geregelten Ablauf sicherstellen.

Wie viele Entnahmesets transportieren Sie täglich für VITA 34?
Die Anzahl liegt bei mindestens 25 Paketen innerhalb Deutschlands. Hinzu kommen die Sendungen aus dem Ausland, das sind noch einmal so viele.

Wie gewährleisten Sie langfristig die Qualität im Rahmen des Nabelschnurblut-Transportes?
Wir führen ein laufendes Qualitätsmanagement in Zusammenarbeit mit VITA 34 durch und besprechen regelmäßig alle aktuell wichtigen Details. Das geht von der Beschriftung der Pakete bis zu gesetzlichen Anforderungen beim Transport über Landesgrenzen hinweg. Außerdem passen wir unsere Prozesse fortlaufend an neue Vorgaben des Gesetzgebers beziehungsweise die Regelungen von Transportbehörden, der Deutschen Bahn und der Lufthansa an. Jedes Jahr gibt es neue Sicherheitsbestimmungen, die für uns relevant sind.

Das Interview als Druckversion finden Sie hier.

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