Stammzellen als Regenerationshilfe bei ischämischen Krankheiten
Ischämie und Regeneration waren die zwei zentralen Themen auf dem diesjährigen Fraunhofer Life Science Symposium in Leipzig. Am 24. und 25. Oktober 2008 stellten Wissenschaftler aus dem In- und Ausland brandaktuelle Forschungsergebnisse vor, Unternehmen präsentierten neue Geräte und Methoden, und neue Kooperation wurden geschlossen. Austragungsort war das im Juni 2008 eingeweihte neue Gebäude des Fraunhofer Instituts für Zelltherapie und Immunologie in der Nähe der BIOCITY auf dem alten Messegelände in Leipzig. Mittelpunkt des Events waren Stammzellen verschiedenster Herkunft – wie Knochenmark, Nabelschnurblut, Embryo oder Petrischale (”induzierte pluripotente Stammzellen”), die bei Schlaganfall und Herzinfarkt eingesetzt werden können. Die Wirkung ist jedoch unterschiedlich: Embryonale Stammzellen differenzieren in die gewünschten Zellarten und Gewebe und übernehmen deren Funktion, doch die Gewinnung ist ethisch umstritten und das Tumorpotenzial hoch. Induzierte pluripotente Zellen verursachen doppelt Arbeit, da erst ein Schritt zurück gegangen werden muss, um zum Ziel zu kommen. Zudem sind die Vor- und Nachteile dieser noch jungen Methode bis heute nicht vollständig erforscht. Stammzellen aus Knochenmark und Nabelschnurblut scheinen die bis dato besten Karten zu haben. Obwohl sie sich nicht direkt in Herz- oder Nervenzellen differenzieren, unterstützen sie die Regeneration von zerstörtem Gewebe – Studien haben das bewiesen. Stammzellen aus Nabelschnurblut weisen einen zusätzlichen Vorteil auf, denn sie sind einfach zu gewinnen (da die Nabelschnur nach der Geburt keine weitere natürliche Verwendung findet) und müssen nicht mühsam aus dem Patienten gewonnen werden, wie Stammzellen aus Knochenmark. Doch es ging nicht nur um die Wirksamkeit von Stammzellen: Es wurde Know-how vorgestellt, diskutiert und vor allem ausgetauscht – denn das große Ziel ist die Entwicklung von effektiven Zelltherapieverfahren.