Nabelschnurblut: Mitwachsende Herzklappen
Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Dr. Bruno Reichart und Dr. Ralf Sodian haben am Herzzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität in München (LMU) voll funktionstüchtige Herzklappenkonstrukte aus Nabelschnurblut entwickelt. Die aus dem Nabelschnurblut isolierten hämatopoetischen Stammzellen wurden eingefroren und dann im Rahmen des Tissue Engineering rekultiviert eingesetzt. Nach der erfolgreichen Grundlagenforschung laufen nun Tierversuche mit Schafen an. In vier bis fünf Jahren erwarten die Mediziner dann den Einsatz am Patienten. Die Methode mit autologen Zellen durchzuführen, verringert die Gefahr der Abstoßung und den Einsatz von Folgeoperationen, da die auf Zellen basierenden Klappen, im Unterschied zu künstlichen Prothesen, mit dem Körper der Patienten mitwachsen. Zeitgleich wird ein Netzwerk an Pränatalmedizinern aufgebaut, dass gerade Eltern, deren Kinder schon vor der Geburt ein Herzfehler diagnostiziert worden ist, unterstützen soll. Es ist geplant die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut dann bis zur Herstellung der Herzklappen, bei einer privaten Nabelschnurblutbank zwischenzulagern. Weitere Informationen erhalten Sie hier.