Nabelschnurblut: Kehrtwende in medialer Berichterstattung

Die private Einlagerung von Nabelschnurblut stand lange Zeit stark in der öffentlichen Kritik. Die Medien verschrien dies als Geschäftemacherei mit der Angst der Eltern und kritisierten die beschränkten Einsatzgebiete der auf diese Weise gewonnenen Stammzellen. Einen nicht unerheblichen Anteil daran haben auch die privaten Nabelschnurblut-Banken, die diesen Eindruck durch ihre Marketingstrategien zum Teil noch verstärkt haben. Betrachtet man sich zudem die Anwendungsmöglichkeiten, für die das Nabelschnurblut in der Vergangenheit von Nutzen war, scheint die negative Beurteilung seitens der Presse zu diesem Zeitpunkt nicht ungerechtfertigt gewesen zu sein. Aber eben nur scheinbar. So wurde seitens der Nabelschnurblut-Forschung nie ein Hehl daraus gemacht, dass man noch in den Kinderschuhen steckt. Aber man war optimistisch in der Bewertung der Potenziale des kostbaren Blutes und wusste um die Fähigkeiten der Stammzellen des Nabelschnurblutes.

Die Erfolge der letzten Jahre geben der Wissenschaft recht: Seien es die positiven Anwendungsbeispiele, bei denen mit Hilfe der Stammzellen aus Nabelschnurblut, Patienten von ihren schweren Erkrankungen geheilt werden konnten, oder neue Forschungserfolge wie jener des Forscherteams des Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle, dem es gelungen ist, die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut im Labor zu vermehren und diese einem an Leukämie erkrankten Menschen erfolgreich zu transplantieren. Und so erfährt die mediale Bewertung von Stammzellen allmählich eine Kehrtwende. Immer häufiger wird über die Erfolgsgeschichten berichtet, wenn die Zelltherapie mit Stammzellen aus Nabelschnurblut Menschen von ihren schweren Krankheiten heilen konnte. In dieser Woche gab es einen Beitrag auf Deutschlandradio mit dem Titel ”Kostbares Blut”. Aufhänger war der oben bereits erwähnte Forschungserfolg, der es nun ermöglicht, Stammzellen im Labor zur vervielfältigen. Der Beitrag bildet gewissermaßen eine Rundumschau. Angefangen von den Werbebotschaften der Blutbanken, über behandelbare Krankheiten, bisherige Schwächen dieser Behandlungsmethode und den neuesten Erfolg der Wissenschaft. Im Fazit werden die Stammzellen aus Nabelschnurblut als wertvoll bezeichnet, die zu kostbar sind, um im Klinikmüll zu landen. Eine Kehrtwende in der medialen Berichterstattung.

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