Nabelschnurblut: Informationspflicht für Ärzte in New Jersey
21.07.2009
115.000 Kinder werden jedes Jahr in New Jersey geboren. Das Nabelschnurblut wird jedoch nur bei einem sehr geringen Teil von Ihnen entnommen. Lediglich fünf Prozent des Nabelschnurblutes und der darin enthaltenen Stammzellen werden auf diese Weise gewonnen und für eine spätere Verwendung eingelagert. Um das zu ändern, wurde in New Jersey (USA) ein Gesetz verabschiedet, das die Ärzte stärker in die Pflicht nimmt, die werdenden Eltern über die Anwendungspotenziale des Nabelschnurblutes zu informieren.
Die Hauptgründe, warum Eltern das Nabelschnurblut ihres Kindes nicht einlagern lassen, sehen Experten vor allem darin, dass die Bevölkerung nicht hinreichend für das Thema sensibilisiert ist und über zu geringe Kenntnisse verfügt, wie Nabelschnurblut heute bereits helfen kann, Leben zu retten. Wenn sich die Eltern also vor der Geburt ihres Kindes nicht ausreichend über die Möglichkeiten der Einlagerung informieren und sich schließlich dagegen entscheiden, wird vielen schwer kranken Menschen die Chance auf Heilung genommen. Zahlreiche Patienten, die mit den Stammzellen geheilt hätten werden können, sterben, weil es nicht genügend passende Spender gibt. Selbst wenn die Eltern sich gegen eine private Einlagerung entscheiden, Gründe für die Spende des Nabelschnurblutes gibt es viele. Mittlerweile sind es fast 70 Krankheiten, bei denen Stammzellen aus Nabelschnurblut für die Therapie verwendet werden können. Verschiedene Krebsarten und die unterschiedlichsten Anämien, genetische Störungen und Bluterkrankungen wie Diabetes sind heute bereits mit Stammzellen behandelbar.
Daneben bestätigen Studien, dass es immer mehr Patienten gibt, bei denen bereits das eigene Nabelschnurblut zur Behandlung eingesetzt wurde. Und die Forschung macht immer weitere Fortschritte. Der Bedarf an Stammzellen wird immer weiter steigen. Umso wichtiger, dass bestehende Quellen zu ihrer Gewinnung besser genutzt werden. Hält man sich vor Augen, dass es keinerlei Risiko für Mutter und Kind bedeutet, wenn das Blut aus der Nabelschnur entnommen wird und dass damit Leben gerettet werden könnte, ist die Notwendigkeit, die Bevölkerung intensiver zu informieren, augenscheinlich – notfalls auch per Gesetz wie in New Jersey.