Nabelschnurblut – Heilungspotenzial für viele Krankheiten
Adulte Stammzellen aus den verschiedenen Quellen wie beispielsweise aus Knochenmark oder Nabelschnurblut sind der Schlüssel zur Heilung diverser Krankheiten. Dr. Michael John behandelt degenerative Bandscheibenerkrankungen mit autologen Blutstammzellen. Seiner Meinung nach sind Stammzellen die bessere Alternative gegenüber Medikamenten, da diese nur Symptome bekämpfen, aber keine Heilung erzielen. Im Letzten Teil des Interviews geht er näher auf das Potenzial von Stammzellen ein.
Kann jede Bandscheibenerkrankung mit der neuen Methode behandelt werden?
Nein, hier muss nach der Art der Erkrankung unterschieden werden: Bandscheibenvorfälle, bei denen der gallerthaltige Kern den ihn umgebenden Ring durchbricht und so Schmerzen verursacht, können wir mit dieser Methode nicht behandeln. Hier war eine endoskopische Entfernung des Vorfalls die beste Lösung. Mit der Stammzelltherapie behandeln wir ausgetrocknete Bandscheiben im Bereich der Lendenwirbelsäule – so genannte schmerzhafte Osteochondrosen. Durch unsere Methode erreichen wir eine Rehydration der Bandscheibe, damit sie ihre Pufferfunktion – ähnlich der eines ”Wasserkissens” – wieder aufnehmen kann. Dafür müssen gewisse Kriterien erfüllt werden: Die Bandscheibe darf nicht unter 50 Prozent ihrer normalen Höhe eingebüßt haben und entscheidend ist, wo sie sich in der Wirbelsäule befindet.
Sind Medikamente oder andere Methoden eine Alternative zum Einsatz von Stammzellen?
Es gibt keine andere Methode, wir haben die Behandlung das erste Mal vor vier Jahren durchgeführt, das ist das Neueste, was es derzeit gibt. Medikamente sind auch keine Alternative – denn sie können nicht, was Stammzellen schaffen, neue Kerne in Bandscheiben wachsen lassen. Medikamente lindern nur die Symptome.
Welche Risiken gibt es bei der Behandlungsmethode?
Die Risiken sind genauso hoch, wie bei allen endoskopischen Bandscheibenoperationen. Es kann während der Operation zu Nervenverletzungen, Blutungen und/oder Entzündungen kommen – in unserer Studiengruppe mit 77 Patienten traten jedoch keine Komplikationen auf.
Sie benutzen zur Behandlung der Patienten deren eigene Stammzellen aus dem Knochenmark. Warum greifen Sie hier auf körpereigenes Material zurück?
In diesem Fall besitzt der Körper, was er zur Heilung der Krankheit braucht. Die Stammzellen sind vorhanden und müssen nur an die richtige Stelle gebracht werden. Dadurch, dass das Blut direkt in die Bandscheibe einfließt, werden die Stammzellen nicht durch den Körperkreislauf verdünnt, was entscheidend für den Therapieerfolg ist!
Wo sehen Sie generell das Potenzial von Stammzellen in der klinischen Anwendung?
Fast überall: Bei der Behandlung von Krebs, neurodegenerativen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen, wie Diabetes. Außerdem in der Kardiologie und bei degenerativen Erkrankungen in der Orthopädie. Ich habe es selbst erlebt: Eine gute Freundin ist vor kurzem mit 34 Jahren an akuter lymphatischer Leukämie gestorben. Stammzellen aus dem eigenem Nabelschnurblut hätten vielleicht ihr Leben verlängert.
Was fasziniert Sie an dem Thema ”Stammzellen”?
Es gibt schon Erfolge in der Behandlung, schwerwiegende Symptome wie zum Beispiel die von Demenz, Parkinson, Diabetes, rheumatischen, opthalmologisch und kardialen Erkrankungen können gemildert werden. Für Patienten sind auch kleine Erfolge ein enormer Schritt. Ihre Lebensqualität steigt und sie können ihr Leben wieder besser meistern. Das Ganze hat sowohl eine volkswirtschaftliche Komponente, als auch eine politische. Denn die Pharmaindustrie wird zugunsten der Regenerativen Medizin viele Kunden verlieren.
[...] adulten Stammzellen sind und deshalb ein ähnliches Entwicklungspotenzial haben wie embryonale Stammzellen. Im Gegensatz zu Letzteren sind Nabelschnurblutzellen jedoch ethisch unbelastet. Wissenschaftler [...]