“Nabelschnurblut hat eine vielversprechende Zukunft vor sich”

Nabelschnurblut - FachberatungIn der telefonischen Fachberatung einer privaten Nabelschnurblutbank arbeiten Menschen mit umfangreichem Hintergrundwissen. Denn neben Eltern, die das Nabelschnurblut ihrer Kinder einlagern wollen, gehören ebenso Ärzte und Wissenschaftler zu den Zielgruppen. Dennoch ist der ständige Lernprozess wichtig. Dr. Marion Bartel gibt einen Einblick in ihren abwechslungsreichen Beruf.

Wie lange dauert denn im Durchschnitt die telefonische Beratung?
Das ist unterschiedlich. Die meisten Gespräche sind nach zehn Minuten beendet. Aber wir hatten durchaus schon Gespräche, die eine Stunde und länger gedauert haben. Das ist abhängig vom Fragenaufkommen zum Nabelschnurblut und der Intensität des Beratungsbedarfs.

Aus welchen Ländern kommen die meisten Anrufe?
Die meisten Fragen kommen natürlich aus Deutschland. Wir lagern aber auch Nabelschnurblut aus Österreich oder der Schweiz ein. Also kommen auch von dort Anrufe.

Was für eine Ausbildung ist für die Ausübung Ihres Berufes nötig?
Alle Kolleginnen, die bei uns arbeiten, haben studiert. Sie sind Naturwissenschaftlerinnen und haben promoviert. Das medizinische und naturwissenschaftliche Hintergrundwissen ist dadurch vorhanden. Aber es gehört auch eine intensive fachliche Einarbeitung dazu, bei der jeder neue Mitarbeiter auch in den verschiedensten Abteilungen hospitiert. Und was auch ganz wichtig ist – weil einfach so viel in Wissenschaft und Forschung passiert – darf man nie aufhören zu lernen.

Woher nehmen Sie die Motivation, Interessenten umfangreich zu beraten?
Ich bin Mutter von zwei Kindern. Bei der Geburt meines Sohnes habe ich noch nichts von Nabelschnurblut gewusst und kein Blut aufbewahrt. Bei der Geburt unserer Tochter, vor drei Jahren, war das anders. Dabei haben mein Mann und ich gesagt, wir lagern das Nabelschnurblut ein. Das ist eine Situation, die mir auch im Gespräch mit Eltern immer wieder begegnet. ”Wir haben das ja gar nicht gewusst”, heißt es dann. Und das möchte ich gerne ändern. Mir ist es wichtig, dass alle Eltern wissen, dass die Möglichkeit gibt, das Blut aufzubewahren. Und dass sie verstehen, wofür das gut ist. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass die Stammzellen in Zukunft eine immense Bedeutung für die Medizin haben werden.

Wenn Sie zukünftigen Eltern in Punkto Nabelschnurblut einen Rat mit auf den Weg geben könnten, welcher wäre das?
Jeder sollte sich zunächst über das Thema Nabelschnurblut-Einlagerung informieren. Es ist ein spannendes Thema und es passiert wahnsinnig viel auf dem Gebiet der Stammzellmedizin. Es ist die ideale Quelle zur Gewinnung von Stammzellen, weil sie sehr jung, gesund und risikolos in der Entnahme sind. Natürlich hoffe ich, dass unsere kleinen Kunden die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut niemals benötigen werden und ein Leben lang gesund bleiben. Aber die Entscheidung für die Einlagerung müssen alle Eltern für sich allein treffen. Wichtig ist mir nur, dass sich die Eltern vorab informiert haben und auf Basis von Fakten und nicht von Vorurteilen entscheiden.

Das Interview als Druckversion finden Sie hier.

Bildquelle: www.sxc.hu

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