Nabelschnurblut hat als Thema in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen
Im zweiten Teil des Interviews mit Sven Büttner spricht der zuständige Redakteur der Schwangerschafts- und Babyzeitschriften ”Wo bekomme ich mein Baby?”, ”VMK Vater-Mutter-Kind” sowie”P wie Papi” über seine Erfahrungen, die er im Rahmen seiner Arbeit in Bezug auf Nabelschnurblut gewonnen hat. So geht er unter anderem auf die Frage ein, wie er den Wissensstand bei den Eltern diesbezüglich einschätzt. Zudem spricht er darüber, wie das Thema Nabelschnurblut in dem von ihm herausgegebenen, beziehungsweise redaktionell verantworteten Medien, aufgenommen wird. Schließlich gibt Sven Büttner noch Auskunft darüber, welches Potenzial er in den Stammzellen des Nabelschnurblutes künftig sieht.
In den letzten Jahren ist Nabelschnurblut und dessen Potenzial immer mehr ins Bewusstsein der Menschen gelangt. Wie schätzen Sie den Wissensstand der Eltern inzwischen ein?
Der Wissenstand der werdenden Eltern ist in Bezug auf Stammzellen und Nabelschnurblut eher dürftig. Meist ist dieses Thema durch die Diskussion über embryonale Stammzellen bei den werdenden Eltern sogar negativ besetzt.
Wo sehen Sie noch Aufklärungsbedarf bei diesem Thema?
Der Aufklärungsbedarf ist groß und umfasst sicherlich alle Bereiche: Von den Anwendungsbereichen (Krankheiten), der Abwicklung, der Entnahme und Einlagerung über die Kosten dafür. Dabei müssten die Frauenärzte und die Vorsorgehebammen mehr eingebunden werden, so dass im Zusammenspiel mit Publikationen unserer Art eine größtmögliche und neutrale Aufklärung erfolgen kann.
Sie greifen das Thema Nabelschnurblut auch in Ihren Magazinen auf. Was sind Ihre Gründe dafür?
Wir versuchen umfassend dieses Thema darzustellen, da wir es für eine sinnvolle und wichtige Prävention für das ganze Leben des Ungeborenen erachten. Auch der Aspekt der Nabelschnurblut-Spende ist dabei wichtig, denn die meisten werdenden Eltern wissen davon nichts. Dennoch stoßen wir bei der Berichterstattung auf Grenzen, zum Beispiel bei der transparenten Gegenüberstellung der Leistungen und Kosten der diversen Anbieter.
Wie gelangen Sie zu Ihren Informationen über das Thema Nabelschnurblut?
Wir sprechen mit den Anbietern, studieren die Informationsbroschüren und Websites der jeweiligen Anbieter.
Wie schätzen Sie die Qualität der Informationen ein?
Die Qualität der Informationen ist abhängig von dem jeweiligen Anbieter. Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass die Qualität der Information sehr hoch einzuschätzen ist.
Sie stehen in engem Kontakt zu Ärzten und Kliniken: Wie schätzen Sie deren Einstellung zum Thema Nabelschnurbluteinlagerung ein? Konnten Sie hier in den vergangen Jahren Veränderungen beobachten?
Die Einstellung bei Ärzten und Kliniken hat sich in den letzten Jahren positiv verändert. Inzwischen kann Nabelschnurblut in fast allen Entbindungskliniken in Deutschland entnommen werden und das Personal muss dafür jährlich von den Unternehmen geschult werden. Dennoch müsste gerade bei niedergelassenen Gynäkologen und Vorsorge-Hebammen in Verbindung mit den Basis-Zeitschriften mehr getan werden, um Eltern eine möglichst lange Zeit für die Entscheidung zu Gunsten der Einlagerung oder Spende zu geben.
Wie stehen Sie persönlich (als Vater) zur Einlagerung von Nabelschnurblut als private Gesundheitsvorsorge?
Positiv, auch wenn es bei meinen Söhnen durch verschiedene Umstände nicht zur Einlagerung von Nabelschnurblut kommen konnte.
Was glauben Sie, welche Möglichkeiten sich durch die Stammzellen aus Nabelschnurblut in Zukunft ergeben werden?
Die weltweite Zusammenarbeit in der Stammzellen-Forschung wird in naher und ferner Zukunft sicherlich dazu führen, dass es ungeahnte Möglichkeiten bei der Behandlung von Krankheiten geben wird. Schon heute sind Kritiker durch die ersten medizinischen Erfolge eines Besseren belehrt worden. Und vielleicht werden Krankheiten, die bis dato für unheilbar galten, dann ihren Schrecken verlieren.
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