Nabelschnurblut – Forscher tagen zu adulten Stammzellen

Adulte Stammzellen, wie sie im Nabelschnurblut reichlich enthalten sind, stehen im Mittelpunkt einer Konferenz, bei der sich weltweit führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der Zellforschung austauschen werden. Zu der Veranstaltung unter dem Titel ”Adult somatic stem cells – new perspectives” lädt die ”Päpstliche Akademie für das Leben” vom 26. bis zum 28. November 2009 ins Fürstentum Monaco ein. Hierbei wird es thematisch um Grundlegendes zur Forschung mit Stammzellen und um ihre Differenzierung sowie medizinische Anwendungsmöglichkeiten gehen. Außerdem befassen sich die Experten mit den Ergebnissen klinischer Forschungen und mit der Zukunft der Stammzellmedizin. Zum Schluss werden neben einem Ausblick auf künftige wissenschaftliche Arbeitsgebiete auch politische und ehtische Aspekte behandelt.

Der Kongress wird von Prof. Eliane Gluckman aus Paris geleitet, die der Europäischen Schule für Hämatologie als Präsidentin vorsteht und in der französischen Hauptstadt am Saint-Louis-Krankenhaus als Ärztin tätig ist. Sie befasst sich als Forscherin schwerpunktmäßig mit Nabelschnurblut und hat auch selbst Transplantationen damit durchgeführt, unter anderem bei Patienten mit Fanconi-Anämie. Als deutscher Vertreter nimmt der Kardiologe Dr. Andreas Zeiher aus Frankfurt am Main an der Tagung teil. Er schaffte es zusammen mit der Medizinerin Stefanie Dimmeler, Knochenmarkstammzellen ins Herz einzusetzen, um dessen Leistung – beispielsweise nach einem Herzinfarkt – zu verbessern. Für diese Forschung erhielten Zeiher und Dimmeler den Ernst-Jung-Preis für Medizin, der für Erfolge in der Spitzenforschung vergeben wird. Dimmeler gehört heute dem Deutschen Ethikrat an. Zu dem Kongress in Monaco wird auch der profilierte US-amerikanische Nabelschnurblut-Pionier Hal Broxmeyer von der University of Indianapolis erwartet. Er transplantierte das Blut bereits 1988 einem fünf Jahre alten Kind, das an Fanconi-Anämie litt.

Bei der Veranstaltung handelt es sich um die zweite ihrer Art, die sich auf Einladung der katholischen Kirche mit adulten Stammzellen befasst. Diese sind im Gegensatz zu embryonalen Zellen ethisch unbelastet, weshalb die Katholiken die Forschung mit ihnen unterstützen. Zur ersten Konferenz erschienen 2006 in Rom rund 400 Forscher.

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