Nabelschnurblut: Ernst-Derra-Preis für Rostocker Herzforscher
Der ehemalige Rostocker Herzchirurg Dr. Can Yerebakan (im Foto links) erhielt vergangene Woche in Stuttgart den diesjährigen Ernst-Derra-Preis für seine Forschung zu innovativen Therapien bei Herzfehlern.
Im Rahmen seiner Habilitationsarbeit mit dem Titel „Regenerative Therapieoptionen der rechtsventrikulären Dysfunktion bei angeborenen Herzfehlern“ (2010) konnte er u.a. nachweisen, dass sich die Funktion des Herzens durch Injektion von körpereigenen Stammzellen aus dem Nabelschnurblut direkt in den Herzmuskel verbessert. Offenbar hat das Nabelschnurblut positive Effekte auf die Gefäßdichte des Herzmuskels. Bereits 2009 hatte er in einem Großtiermodell mit Schafen gezeigt, dass Nabelschnurblut-Stammzellen die Herzleistung bei angeborenem Herzfehler verbessern (Abstract in Cell Transplantation).
„Die Ergebnisse dieser Studie zeigen ein großes Potenzial von Nabelschnurblut-Stammzellen für die Behandlung angeborener Herzfehler“, sagte Yerebakan 2009 bei der Veröffentlichung der Ergebnisse. „Da wir im Tierversuch keinerlei Nebenwirkungen der Therapie beobachtet haben, könnte man jetzt eine klinische Studie zu diesem Thema konzipieren.“
Die Ergebnisse aus dem Großtiermodell sollen die Lebensqualität von Patienten mit angeborenen Herzfehlern verbessern. In Deutschland kommen im Jahr durchschnittlich 6.000 Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt, die meisten mit einem Ventrikelseptumdefekt (Loch in der Herzscheidewand). Yerebakan hatte an einer weniger häufigen, jedoch nicht minder schwierigen Fehlbildung, der Fallot’schen Tetralogie geforscht und die Machbarkeit und Sicherheit einer Behandlung mit Nabelschnurblut-Stammzellen nachgewiesen.
Yerebakan, der seit Herbst 2010 am Children’s National Heart Institute in Washington D.C. arbeitet, nahm den mit 5.000 Euro dotierten Preis auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie entgegen.
Foto: Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie Universität Rostock (RTC)
Unter http://www.nabelschnurblut-experten.de/?p=956 finden Sie den Original Artikel zur Studie