Nabelschnurblut-Entnahme als sinnvolle Gesundheitsvorsorge
Die Internationale Prävention Organisation (IPO) befasst sich mit allen wichtigen Aspekten der Gesundheitsvorsorge. Eitel Vida, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands des Vereins, erörtert im Interview den Stellenwert von Gesundheitsprävention in der heutigen Zeit. Dazu gehört für ihn auch die Einlagerung von Nabelschnurblut. Daher gilt es für die IPO, die Aufklärungsarbeit rund um das Thema Stammzellen aus Nabelschnurblut zu unterstützen.
Die Internationale Prävention Organisation beschäftigt sich mit Gesundheitsvorsorge im Allgemeinen. Wie definieren Sie den Begriff ”Prävention”?
Wir richten uns nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO, die Prävention in drei Bereiche gliedert: Zum einen die Primärprävention – dazu gehören eine gesunde Ernährung, Fitnesstraining oder auch Impfungen. Es handelt sich also um Vorsorge bei völlig Gesunden, bei denen noch keine bestimmten Risikofaktoren vorliegen. Zum anderen die Sekundärprävention, bei der es um die Früherkennung von Problemfaktoren wie Übergewicht oder Bluthochdruck geht. Wenn hier rechtzeitig angesetzt wird, kann mit relativ geringen Kosten ein hoher Nutzen für die Patienten erzielt werden. Abschließend ist die Tertiärprävention zu nennen, die bei chronischen Krankheiten zum Einsatz kommt, damit sich der Zustand nicht verschlechtert. Beispiele sind die Infarkt-Reha zum Schutz vor einem erneuten Herzinfarkt oder eine Nierentransplantation mit dem Ziel, dass ein Kranker auch ohne Dialyse leben kann.
Wie ordnen Sie die Entnahme von Nabelschnurblut und die Behandlung damit in dieses Schema ein?
Die Entnahme und Einlagerung von Nabelschnurblut ist ein Schritt zur Primärprävention. Die Verwendung des Blutes kommt eventuell ab der Sekundärprävention ins Spiel, meist wohl aber in der Tertiärprävention, wenn bereits schlimmere Krankheiten vorhanden sind.
Wie steht Ihre Organisation der Einlagerung von Nabelschnurblut als private Vorsorgemaßnahme gegenüber?
Die IPO steht der Entnahme und Aufbewahrung von Nabelschnurblut sehr positiv gegenüber, weil sie zur gesundheitlichen Prävention einen sinnvollen Beitrag leisten kann. Zudem sind mit Stammzellen aus Nabelschnurblut keine ethischen Probleme wie mit embryonalen Stammzellen verbunden. Denn Leben zu zerstören, um an Stammzellen zu gelangen, können wir aus moralischen Gründen nicht unterstützen. Deshalb zählen wir auf die Einlagerung von Nabelschnurblut, da die wissenschaftlichen Arbeiten der letzten Jahre gezeigt haben, dass mit den darin enthaltenen Zellen konkrete, wirksame Anwendungen möglich sind. Somit ist die Entnahme bei der Geburt sinnvoll, um später bestimmte Krankheitsbilder therapieren zu können.
Wenn Nabelschnurblut ein solches Potenzial birgt, müsste dann nicht auch der Staat dazu einen Beitrag leisten?
Da habe ich meine Zweifel, weil ich erlebt habe, wie sich die öffentliche Hand in jüngster Zeit in das Gesundheitswesen eingemischt hat und die Finanzierungsprobleme in diesem Bereich dennoch nicht gelöst werden konnten. Im Moment sind in der Gesundheitspolitik aktuellere Probleme zu bewältigen, für die bereits jetzt die notwendigen Mittel fehlen. Kapital für Maßnahmen der Zukunftsvorsorge wie die Aufbewahrung von Stammzellen dürfte daher kaum vorhanden sein.
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