Nabelschnurblut: Aufsatz von Prof. David T. Harris
Die medizinische Forschung zum Einsatz von Stammzellen aus Nabelschnurblut läuft ununterbrochen weiter. Weltweit sind Mediziner damit beschäftigt, neue Therapiemöglichkeiten zu entwickeln, bei denen aus Nabelschnurblut gewonnene Stammzellen Verwendung finden. Ein wichtiger Vertreter in diesem Forschungsbereich ist der US-Mediziner David T. Harris, der an der Universität in Tucson/Arizona als Professor für Mikrobiologie und Immunologie tätig ist.
Nach seinem Abschluss in Biologie, Psychologie und Mathematik an der Wake Forest Universität in Winston-Salem, North Carolina im Jahr 1978 absolvierte er ein Studium an der Bowman Gray Medical School, die er 1982 mit einem Doktortitel in Mikrobiologie und Immunologie verließ. David T. Harris ist seit 1989 an der Universität von Arizona in Tucson beschäftigt. Außerdem ist er Mitglied des Wissenschaftlich-Medizinischen Beirates von Cord Blood Registry, der weltweit größten privaten Nabelschnurblutbank mit Sitz in San Bruno, Kalifornien. Zudem hat Prof. Harris auch die Position des wissenschaftlichen Direktors der Cord Blood Registry inne.
Im Rahmen seiner Forschungstätigkeit hat sich David T. Harris unter anderem mit zellulärer Immunologie beschäftigt und insgesamt mehr als 300 Fachbeiträge publiziert. Die bisherigen Erfolge des therapeutischen Einsatzes von Stammzellen, die aus Nabelschnurblut gewonnen wurden, hat Prof. Harris in einem Aufsatz zusammengefasst. Diese Arbeit mit dem Titel “Non-haematological uses of cord blood stem cells” wurde im Oktober 2009 im British Journal of Haematology veröffentlicht.
In seinem Aufsatz geht Harris auf verschiedene Einsatzgebiete von Stammzellen ein und verdeutlicht die Vorteile, die Stammzellen aus Nabelschnurblut beispielsweise gegenüber embryonalen Stammzellen aufweisen. So führten unter anderem die ethischen Diskussionen um den Einsatz von embryonalen Stammzellen dazu, dass man sich verstärkt dem Nabelschnurblut als Stammzell-Quelle annahm. Stammzellen aus Nabelschnurblut zeichnen sich durch ihre einmalige Fähigkeit aus, sich pluripotent ausdifferenzieren zu können, weshalb sie eine geeignete Alternative für embryonale Stammzellen darstellen. Wie David T. Harris im Abschlussteil seines Aufsatzes formuliert, ist er davon überzeugt, dass Stammzellen aus Nabelschnurblut die beste Alternative zu embryonalen Stammzellen sind.
David T. Harris zufolge konnten bislang mit Hilfe von Stammzellen aus Nabelschnurblut Erfolge bei der Behandlung von Schlaganfällen sowie von verletztem Nervengewebe und bei Rückenmarksverletzungen erzielt werden. Stammzellen aus Nabelschnurblut sind zudem in der Lage, die Heilung von geschädigtem Knochengewebe zu beschleunigen. Im Rahmen der Behandlung von Typ-1-Diabetes erwiesen sich Stammzellen aus Nabelschnurblut ebenfalls in vielen Fällen als erfolgreich.