Nabelschnurblut: Aufbewahrung als Präventionsmaßnahme

vidaEitel Vida gehört dem geschäftsführenden Vorstand der Internationalen Prävention Organisation (IPO) an, einem Kompetenznetzwerk für Gesundheitsvorsorge. Der Verein nimmt in diesem Bereich zu allen relevanten Themen Stellung und spricht sich unter anderem für die Einlagerung von Nabelschnurblut aus. Im Interview äußert sich Vida zum gesellschaftlichen Stellenwert der Vorsorge im Allgemeinen und erläutert die Position der World Health Organization (WHO). Zudem beschreibt der Experte den Ansatz der IPO in Sachen Aufklärungsarbeit.

Welchen Stellenwert hat Prävention allgemein in der Gesellschaft? Sind die Menschen und die Politik ausreichend für das Thema sensibilisiert, oder müsste in diesem Bereich mehr getan werden?

Prävention hätte einen sehr hohen Stellenwert in der Gesellschaft verdient. Dieser wird aber oft konterkariert – etwa durch Werbung für Zigaretten, Schokolade oder Alkohol. Allerdings wird selbst im Gesundheitswesen zu wenig Wert auf Vorsorge gelegt: Denn es wird vorrangig die Behandlung von Krankheiten finanziert und weniger die Vorbeugung, da diese kurzfristig Kosten verursacht. Langfristig betrachtet spart Vorsorge aber Geld ein – deshalb empfiehlt die WHO auch der Politik in Deutschland, sich finanziell mehr für Prävention zu engagieren, als sie das bisher praktiziert. Bei den Gesundheitspolitikern und den Krankenkassen wird wirtschaftlich kurzfristig gedacht, und sinnvolle Maßnahmen der Sekundärprävention werden nur zurückhaltend gefördert. Der Stellenwert von Prävention ist außerdem zu gering, weil die ganzheitliche Betrachtung des Menschen in der Medizin in den Hintergrund geraten ist, da sie sich auf immer komplexere Teilbereiche konzentriert. Diese Einstellung ändert sich momentan, denn in die Forschung – speziell auf dem Gebiet der Naturmedizin – kommt Bewegung. Das ist wichtig, denn Naturpräparate lassen sich in der Frühphase mancher Erkrankungen ideal zur Sekundärprävention einsetzen. Manche Unternehmen haben allerdings ein Interesse daran, dass Krankheitsverläufe zunächst etwas intensiver werden, um dann mit teureren Medikamenten herangehen zu können.

Aber sind die Menschen nicht auch selbst für ihre Gesundheit verantwortlich?

Ja, das ist sicher vielfach so, aber man kann es nicht pauschalisieren. Gesundheitsprävention hängt unter anderem sehr stark vom Bildungsstandard ab. Menschen mit einem niedrigeren Bildungsstandard weisen im Allgemeinen deutlich höhere Risikofaktoren auf, so wie Übergewicht und fehlende gesundheitliche Aufklärung. Genau hier setzt die IPO an: Unser Ziel heißt Aufklärung, und die funktioniert nur mit Hilfe von Kompetenz. Daher beantworten wie viele Fachfragen zur Prävention, und zwar jenseits des Wildwuchses an Werbung. Durch Letztere werden nicht immer sinnvolle Dinge unter dem Schlagwort ”Gesundheit” verkauft. Bei uns hingegen steht Fachkompetenz im Mittelpunkt. Deshalb haben wir einen der größten wissenschaftlichen Beiräte in Europa, in dem fast alle Präsidenten der großen medizinischen Fachgesellschaften vertreten sind – sei es die gynäkologische Gesellschaft, die Gefäß- oder die Rheumaliga. Indem wir die Bevölkerung informieren, wollen wir irreführender Werbung entgegenwirken, in der sehr oft – salopp gesagt – ”Stachelbeeren rasiert und als Weintrauben verkauft werden”.

Sie sprachen einige Fachgesellschaften an. Arbeiten Sie auch mit privaten Unternehmen zusammen?

Wir haben eine Reihe von Partnerunternehmen, die unsere thematische Aufklärungsarbeit unterstützen. Wenn wir zum Beispiel eine große Veranstaltung durchführen – wie eine Gesundheitswoche in einem Einkaufszentrum – dann helfen uns auch unsere Partnerunternehmen. Dabei achten wir darauf, dass die gegebenen Informationen den wissenschaftlich fundierten Tatsachen entsprechen.

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