Kunstblut oder Nabelschnurblut?

BlutentnahmeDass aus embryonalen Stammzellen Kunstblut gewonnen werden kann, haben erste Versuche im Labor gezeigt. Bisher wurden dabei allerdings nur einige Blutstropfen erzeugt. Nun wollen britische Forscher unter der Leitung von Professor Marc Turner (Universität Edinburgh) erstmals ganze Konserven davon herstellen. Verwenden wollen die Experten dafür Stammzellen überzähliger Embryonen, die bei künstlichen Befruchtungen anfallen. Die benutzten Embryonen sollen ausschließlich die Blutgruppe ”null negativ” besitzen, so dass das fertige Blut jedermann übertragen werden kann. Als Resultat soll es innerhalb von drei Jahren möglich werden, in einer klinischen Studie erste Transfusionen beim Menschen durchzuführen. Eine Möglichkeit, dieses Verfahren in naher Zukunft in größerem Maßstab anzuwenden und so die klassische Blutspende zu ersetzen, sehen Fachleute darin allerdings nicht. Dr. Johannes Fischer von der Uniklinik Düsseldorf sagte dazu im Deutschlandfunk: ”Es ist zwar gezeigt worden, dass man ein rotes Blutkörperchen aus einer embryonalen Stammzelle bekommen kann, aber um das klinisch einzusetzen, brauche ich natürlich auch den entsprechenden industriellen oder klinischen Maßstab, und davon sind alle Ansätze weit entfernt.” Der Aufwand, um genügend Blut für einige wenige Empfänger zu erhalten, ist bereits erheblich. Deshalb wird es noch eine ganze Weile dauern, bis möglicherweise einmal in nennenswertem Umfang Kunstblut hergestellt wird. Bis dahin könnte stattdessen vermehrt auf Nabelschnurblut zurückgegriffen werden. Denn dieses ist eine bereits vorhandene Quelle für Blut, deren Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft ist.

Bildquelle: Rainer Sturm – www.pixelio.de

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