Knochen wachsen nach Stammzelltherapie

Aus den USA gibt es wieder von einem neuen Fall zu berichten, in dem Stammzellen zum Einsatz gekommen sind und maßgeblich am Erfolg der Behandlung beigetragen haben. Ärzte des Cincinnati-Kinderkrankenhauses in Ohio haben dem fünfzehnjährigen Brad Guilkey neben der Transplantation eines Spenderknochens zusätzlich seine eigenen Stammzellen ins Mark injiziert. Der Junge kam aufgrund einer schweren Erbkrankheit, dem Treacher-Collins-Syndrom, ohne Wangenknochen zur Welt. Dieses ist nur eines der möglichen Symptome dieser seltenen Erbkrankheit. In anderen Fällen kann es zu Entstellungen kommen wie beispielsweise dem Fehlen oder der Missbildung von Kinn, Ohren oder Jochbein.

Für den Jungen bedeutete das Fehlen des Wangenknochens ein permanentes Risiko. Bereits ein Ball, der ihm im Gesicht getroffen hätte, hätte beispielsweise eine erhebliche Schädigung seiner Augäpfel zur Folge haben können. Eine Operation war daher eine unerlässliche Maßnahme, um die Lebensqualität des Jungens zu verbessern. Allerdings konnte die Medizin bei der Transplantation von Spenderknochen bisher kaum Erfolge vorweisen. Ein Grund dafür ist in erster Linie der, dass der Körper das Spendermaterial abstößt. ”In Brads Fall ist das anders, weil seine eigenen Stammzellen im Fremdkörper wachsen,” erklärt der Arzt Jesse Taylor. Mit einer einmaligen Stammzell-Operation implantierten die Mediziner nicht nur den Spenderknochen, sondern verabreichten zusätzlich Stammzellen. Ob diese Behandlungsmethode erfolgreich sein würde, wussten die Mediziner zuvor selbst nicht. ”Der Knochen ist zum Leben erwacht”, resümiert der Mediziner nun heute. ”Die Ergebnisse haben mich angenehm überrascht.”

Acht Stunden dauerte der Eingriff. Der Erfolg der Behandlung lässt nun viele Menschen weltweit hoffen, dass ihnen nun in gleicher Weise geholfen werden kann, wie Brad Guilkey. Die Transplantation von Spenderknochen in Kombination mit der Verabreichung von Stammzellen ist daher nun eine weitere Anwendungsmöglichkeit von Nabelschnurblut, welches als Quelle für sehr junge und pluripotente Stammzellen bestens geeignet ist.

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