Forschungsprojekt zur Langzeitlagerung von Stammzellen gestartet
Ein Verbundprojekt mit Partnern aus Sachsen und Sachsen-Anhalt hat kürzlich ein dreijähriges Forschungsprojekt gestartet, in dem die Langzeitkonservierung von Nabelschnurblut-Stammzellen mithilfe von natürlichen Frostschutzproteinen getestet werden soll.
Nabelschnurblut wird bei etwa -200 Grad Celsius kältekonserviert. Die darin enthaltenen Stammzellen bestehen zu einem großen Teil aus Wasser, welches sich bei diesen Temperaturen stark ausdehnt. Die Eiskristalle, die durch diesen Prozess entstehen, können die Zellen zerstören. Auf Grund dessen verwendet man bei der Einlagerung von Stammzellen ein Frostschutzmittel, z.B. Dimethylsulfoxid (DMSO). DMSO kann ungehindert in die Zellen eindringen und sie so vor den Eiskristallen schützen, wirkt jedoch bei einer Verabreichung leicht toxisch. Vor einer Anwendung wird Nabelschnurblut daher gerade bei sehr jungen Patienten “gewaschen”, wodurch die Konzentration des DMSO abgesenkt wird.
Natürliche Frostschutzproteine wären eine gute Alternative, da sie keine toxische Wirkung entfalten würden. Frostresistente Pflanzen, Fische und Insekten bilden solche Proteine, um den kalten Winter zu überleben. Die Proteine heften sich an die Wassermoleküle, so dass keine Eiskristalle entstehen können und die Organismen vor Frost und Kälte geschützt sind.
Im Rahmen des Forschungsprojektes versuchen nun das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) die BioPlanta GmbH und Vita 34 aus Leipzig sowie das Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle diese Frostschutzproteine zu isolieren. Später sollen diese anstelle der DMSO-Lösung in speziell für die Forschung bereitgestellte Proben des Nabelschnurblutes gegeben und eingefroren werden. Sollten die Zellen die Kältekonservierung unbeschadet überstehen, wäre das ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer natürlichen, der Natur nachempfundenen Konservierungsmethode. Erste Ergebnisse können in etwa einem Jahr erwartet werden.
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