Beratung und Qualität sichern!
Niko Müller ist seit Juli 2003 in einer Leipziger Nabelschnurblutbank tätig. Als Leiter des Außendienstes ist er Experte auf dem Gebiet der Beratung und Qualitätssicherung von Nabelschnurblut.
Welche Aufgaben hat ein Außendienstmitarbeiter bei einer Nabelschnurblutbank?
Er ist für Hauptaufgaben verantwortlich, nämlich die Qualitätssicherung und Beratung. Die erste Aufgabe ist die Betreuung der etwa 850 Kliniken und Geburtshäuser, die mit uns kooperieren. Nabelschnurblutbanken sind Arzneimittelhersteller und unterliegen damit einer Reihe von gesetzlichen Auflagen. Eine dieser Auflagen gibt an, wie häufig das Personal geschult werden muss, das das Nabelschnurblut entnimmt. Diese Schulungen in den Klinken übernehmen wir, denn wir tragen die Verantwortung für die Herstellung unseres Arzneimittels. Und sollten bei einer Entnahme einmal Fehler auftreten, besteht unsere Aufgabe darin, mit dem Klinik-Personal zu sprechen, damit das nicht wieder vorkommt. Hinzu kommt, dass wir aktuell die Situation haben, dass Ärzte, Hebammen und die Schwangeren selbst nicht genügend Informationen zum Thema Stammzellen aus Nabelschnurblut haben. Und genau da kommen wir ins Spiel! Wir beraten zum einen Gynäkologen, Hebammen und Kliniken. Daneben gewinnt aber auch der direkte Kontakt mit den Schwangeren, z.B. auf Babymessen, zunehmend an Bedeutung. Das medizinische Personal unterstützen wir bei der Beratung der Schwangeren. Dazu besuchen wir sie regelmäßig und klären auf.
Warum ist die Information der Kliniken, Ärzte und Hebammen denn so wichtig?
Besonders in der Medizin zeigt sich, dass ein neues Thema viele Jahre braucht, bis es sich durchgesetzt hat. Das Wissen über die Einlagerung von Stammzellen aus Nabelschnurblut ist noch nicht sehr verbreitet und es gibt derzeit ebenso viele Befürworter wie Kritiker. Das Problem ist, dass es bisher noch nicht sehr viele Anwendungen mit dem eigenen Nabelschnurblut gibt bzw. geben kann. Denn die Kinder, von denen wir Blut eingelagert haben, sind erst etwa sechs bis sieben Jahre alt. Die meisten Krankheiten, bei denen es eingesetzt werden könnte, treten aber erst im Alter auf. Dadurch ist der Beweis der Notwendigkeit heute noch schwierig. Dass die Kinder so jung sind, hat aber auch einen entscheidenden Vorteil: So bleibt noch Zeit, die Therapien mit Stammzellen zu entwickeln und zu optimieren.
Was fasziniert Sie persönlich am Thema Stammzellen aus Nabelschnurblut?
Was mich persönlich daran reizt, ist die Innovation. Denn die Anwendung von Nabelschnurblut ist nicht auf ein einzelnes Krankheitsbild beschränkt. Wir reden also hier nicht über ein Medikament gegen eine bestimmte Krankheit, sondern über etwas, von dem noch nicht einmal alle Potenziale bekannt sind. So etwas ist im medizinischen Bereich nur noch selten zu finden.
Das Interview in der Druckversion finden Sie hier.