Einfluss von Spenderprofil und Entnahmetechnik auf die Qualität des Nabelschnurblutes
Ein Forscherteam um die brasilianische Hämatologin Sandra Valeria Santos hat im Krankenhaus „Hospital Israelita Albert Einstein“ in São Paulo (Brasilien) und der angegliederten öffentlichen Nabelschnurblutbank Faktoren für die Qualität von Nabelschnurblut (NSB) untersucht.
Hintergrund ist die steigende Anzahl an Transplantationen mit Nabelschnurblut und das damit einhergehende Bemühen, die Blutqualität zu verbessern. Qualitätsfaktoren für den medizinischen Einsatz von Nabelschnurblut, auch Plazentarestblut genannt, sind Blutvolumen, die Anzahl an kernhaltigen und CD34-positiven Zellen sowie der Anteil der teilungs- und lebensfähigen Zellen. Es wurden 3.473 Nabelschnurblutproben ausgewertet, die in einem Zeitraum von vier Jahren gespendet wurden.
Eine große Korrelation konnte zwischen dem Gewicht des Neugeborenen und der Menge an Nabelschnurblut festgestellt werden. Je schwerer das Neugeborene ist, desto größer ist die entnommene Menge Blut. Auch die Anzahl an kernhaltigen Zellen und CD34-Zellen steigt mit dem Geburtsgewicht an. Das „ideale“ Gewicht des Neugeborenen für die Nabelschnurblut-Entnahme liegt bei 3.000 Gramm und höher.
Ist die Mutter über 30 Jahre alt, werden größere Nabelschnurblut-Volumina erzielt als bei jüngeren Müttern. Eine höhere Anzahl an kernhaltigen Zellen in den Bluten konnte nach der 38. Schwangerschaftswoche nachgewiesen werden im Vergleich zu einem früheren Gestationsalter. Jedoch war der Anteil an blutbildenden Vorläuferzellen wiederum in Präparaten mit einem niedrigeren Gestationsalter des Neugeborenen höher.
Größere Blutvolumina korrelierten mit einem höheren Gehalt an kernhaltigen Zellen im Nabelschnurblut und einer Kaiserschnittentbindung. Möglicherweise sind bei einer Vaginalgeburt ein verzögertes Abklemmen der Nabelschnur und die Gabe von Oxytocin für kleinere Mengen des Plazentarestblutes verantwortlich.
Die Entnahme von Nabelschnurblut bei noch liegender Plazenta liefert größere Blutmengen als die extrauterine Technik nach der Geburt der Plazenta. Außerdem konnte gezeigt werden, dass die kombinierte Entnahme aus intrauteriner und extrauteriner Gewinnung mit Hilfe einer 20 ml Spritze das Nabelschnurblut-Volumen um 20 bis 30 % steigert.
Quelle:
NCBI