Bedeutung von Nabelschnurblut in der Regenerativen Medizin nimmt zu
Wie die Ärzte Zeitung in einer aktuellen Ausgabe berichtet, sei die Verwendung von Nabelschnurblut für regenerativmedizinische Zwecke in den USA rein quantitativ mittlerweile ähnlich bedeutend wie die Nutzung bei klassischen allogenen Transplantationen. Dabei beruft sie sich auf einen Vortrag von Professor David Harris vom Institut für Immunologie der University of Arizona in Tuscon, USA beim 9. World Congress of Perinatal Medicine in Berlin.
Zu den wichtigsten Indikationen, bei denen die Therapie mit Stammzellen aus dem Blut der Nabelschnur derzeit in klinischen Studien geprüft wird, gehörten Typ-1-Diabetes, hypoxische Hirnschädigungen, die spastische Parese bei Kindern und Schlaganfall, so die Ärzte Zeitung weiter.
“Beim Typ-1-Diabetes etwa werden die Nabelschnur-Stammzellen bei Kindern, bei denen autologes Nabelschnurblut vorhanden ist, einfach transfundiert. In einer Phase-I/II-Studie mit 23 Patienten trat bei jedem einzelnen Patienten eine metabolische Verbesserung ein”, erläutert Harris.
Auch die Zahl der Anwendungen von Stammzellen aus dem eigenem Nabelschnurblut bei Hirnschäden ist in den USA stark gestiegen. Dr. Joanne Kurtzberg von der Duke University in Durham hat bereits mehr als 60 Kinder mit ihrem eigenen Nabelschnurblut behandelt. In ihrer aktuell laufenden Studie sollen insgesamt etwa 150 Kinder teilnehmen. „Wir wissen aus unserer Arbeit mit Kindern, die an genetischen Erkrankungen des Gehirns leiden, dass Zellen nach der Infusion ins Hirn wandern, wo sie dabei helfen, Schäden im Gehirn zu reparieren. Wir hoffen, dass das auch bei Kindern mit Zerebralparese passiert“, erläutert Kurtzberg die Wirkungsweise. Sie räumt jedoch ein, dass auf diesem Gebiet noch vieles unklar ist: „Wir wissen nicht, wie viele Zellen wir verabreichen müssen, ob die Infusion der Nabelschnurblut-Stammzellen die beste Methode ist und ob das Alter des Kindes wichtig ist.“ Es werde mindestens ein Jahr dauern, um einschätzen zu können, ob bei den behandelten Kindern Besserungen eintreten.
In Deutschland indes wird Nabelschnurblut noch relativ selten angewendet – und wenn, dann in der Regel bei Indikationen wie Leukämie, bei denen allogene Spenderpräparate zum Einsatz kommen. Erste Heilversuche im regenerativen Bereich sind aus Bochum (Hirnschaden) und München (Typ-1-Diabetes) bekannt.
Die Therapie mit Stammzellen erzielt wirklich gute Ergebnisse. Danke für den interessanten Artikel.